Möhlin
«Brand» mit Chemieunfall bei Alarmübung der Feuerwehr

Einmal pro Jahr führt der Kantonsexperte Chemiewehr Walter Fiechter eine Alarmübung in einem Betrieb durch, der als Störfallobjekt qualifiziert ist, also ein gewisses Gefahrenpotenzial aufweist.

Hanny Dorer
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Die Feuerwehrleute bringen den Chauffeur des «verunfallten» Lastwagens aus der Gefahrenzone heraus.
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Rund um den Einsatzleiter geht es zu Beginn hektisch zu.
Rettungsdienst und Sanitäter besprechen den Aufbau des Verwundetennestes.
Der Anhänger mit dem Sanitätsmaterial wird auf den Platz gebracht.
Die Feuerwehr probt in Möhlin den Ernstfall
Der Atemschutztrupp sucht die Lagerhalle nach weiteren Verletzten ab.
Von der Autodrehleiter aus wird das Dach der Halle mit dem Wasserwerfer bespritzt.
Atemschutztrupp bereit zum Löscheinsatz.
Ein weiterer Wasserwerfer wurde auf dem Dach des Tanklöschfahrzeugs installiert.
Rainer Porschien, Kommandant Rheinfelden, Einsatzleiter Alexander Wehrli und Andreas Fahrni, Vizekommandant Frick, besprechen das weitere Vorgehen.
Die Chemiewehr in Schutzanzügen im Hochregallager.
Der 1000-Liter-Container mit der „gefährlichen“ Flüssigkeit wird hinauszogen.
Insgesamt waren über 100 Personen aus den Feuerwehren Möhlin-Zeiningen, Magden, Rheinfelden, Frick, die Chemiewehr DSM Sisseln und BASF Kaisten an der Übung beteiligt.

Die Feuerwehrleute bringen den Chauffeur des «verunfallten» Lastwagens aus der Gefahrenzone heraus.

Hanny Dorer

Dieses Jahr diente die Transportfirma Streck als Übungsobjekt. Dabei ging es vor allem um die Überprüfung der Alarmkette und des Einsatzplans sowie den Wassertransport ab Möhlinbach.

Das Übungsszenario war ein Unfall, wie er sich jederzeit ereignen könnte: Ein Lastwagen, dessen Chauffeur Kreislaufprobleme hat, fährt in ein vorübergehend als zusätzlicher Lagerraum aufgestelltes Zelt und beschädigt die Gefahrgutladung. Dabei treten selbstentzündliche Chemikalien aus, der Lastwagen gerät in Brand. Das Feuer greift auf das Zeltlager und auf die Halle 4 über. Ein Mitarbeiter im Hochregallager erschrickt, macht einen Manipulationsfehler mit der Lagermaschine, wobei ein Chemikaliencontainer im Lagergestell kippt.

Schon kurz nach dem Alarm trifft als erster Offizier der Feuerwehr Möhlin-Zeiningen Alexander Wehrli ein. Er besichtigt den «Schadenplatz» und stellt schnell fest, dass seine eigenen Mittel zur Bewältigung des Ereignisses nicht ausreichen. Per Nachalarmierung bietet er sofort die Nachbarfeuerwehren Magden-Olsberg und Rheinfelden, die Stützpunktfeuerwehr Frick, die Chemiewehr und den Chemiefachberater sowie den Rettungsdienst auf.

Nach und nach treffen die diversen Feuerwehren mit ihren Fahrzeuge ein. In erster Priorität werden die vier «Verletzten» – zwei Figuranten und zwei Puppen – gerettet und gleichzeitig von mehreren Seiten her die Brandbekämpfung aufgenommen. Bald geht das anfängliche Chaos in eine geordnete Schadenplatzorganisation über. Die Sanitäter richten das Verwundetennest ein, für die Atemschutztrupps wird ein Warteraum bereitgestellt und vom Möhlinbach her bringt eine Transportleitung 2000 Liter Wasser pro Minute.

Weil das Gelände sehr weitläufig ist, setzt Einsatzleiter Wehrli Abschnittsoffiziere ein, die eine Teilaufgabe selbstständig lösen. Das ganze Geschehen wird aufmerksam beobachtet von Übungsleiter Fiechter und seinen Helfern Rolf Hasler, Jürg Wirthlin, Urs Keller, Luigi Mangieri und André Baur.

«Übung erfüllt» lautet das Fazit

Bei der Übungsbesprechung gab es viel Lob und Übungsleiter Fiechter hatte nur wenige Details zu bemängeln. Besonders hervorgehoben wurde der gute Einsatzwille und die Tatsache, dass alle Einsatzkräfte trotz der grossen Hitze, die am Mittwochabend herrschte, ihre komplette Schutzausrüstung trugen. «Übung erfüllt», stellte Fiechter fest und machte dem Einsatzleiter ein Kompliment für seine offensive Taktik.

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