Artenvielfalt
Bözener Bevölkerung hilft bei Waldpflege im Naturschutzgebiet

Bei herrlichstem Herbstwetter wurde am Samstag in Bözen gerecht. Auf einer rund 1,5 Hektaren grossen Fläche im Naturschutzgebiet Hessenberg traf man sich zum Anlass «Zäme Räche». Diesen gibt es bereits seit mehreren Jahren.

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Der Förster Rolf Treier ist fleissig
9 Bilder
Viele Helfer beim Heuen
Heuen an der Herbstsonne
Das Heu kann abtransportiert werden
Koni Erb im steilen Gelände
Koni Erb gönnt sich ein Päuschen für die Kamera
Der Förster freut die gemeinsame Arbeit im Wald
Frau Gemeindeammann Annemarie Baumann und der Förster Rolf Treier am Rechen
In Bözen wird der Wald gepflegt

Der Förster Rolf Treier ist fleissig

Karin Pfister

Die Idee hinter «Zäme Räche» ist, die Bözer und ihren Wald einander näher zu bringen, so Frau Gemeindeammann Annemarie Baumann, die selbstverständlich ebenfalls einen Rechen in der Hand hielt.

Gemäht wurde das Gras bereits Mitte der Woche durch Rolf Treier vom Forstbetrieb Homberg-Schenkenberg, der auch die Waldungen von Bözen betreut. Der Forstbetrieb mäht pro Saison rund 6 bis 7 Hektaren Gras auf dem gesamten Gebiet des Forstbetriebes, um die Flächen an den Waldrändern auszulichten. Dies dient der Erhaltung der grossen Pflanzenvielfalt und Kleintierlebewesen. «Wenn man nicht mäht, verbuscht die Fläche schnell wieder; dann haben wärmeliebende und seltene Pflanzen wie Orchideen keine Überlebenschance.» Der Hessenberg in Bözen sei eines der besten Gebiete im Aargau für die Orchideen, so Rolf Treier weiter. Bereits vor dem Mähen wurde das für Menschen und Tiere giftige Jakobskreuzkraut entfernt, da das Heu vom Hessenberg später an Mutterkühe verfüttert wird.

Auf den andern Flächen im Forstgebiet müssen Rolf Treier und die andern Angestellten des Forstbetriebes jeweils alles selber zusammenrechen. Nur in Bözen hilft die Bevölkerung mit. Geladen wird das Heu dann von einem kleinen, geländetauglichen Selbstlader. «Deshalb ist es wichtig, dass wir schöne Mädli machen und um die Bäume herum genug Platz lassen», sagt ein Ortsbürger, welcher zum Rechen auf den Hessenberg gekommen ist.

Leider ist er fast der einzige, der dem Aufruf des Gemeinderates gefolgt ist. Neben Annemarie Baumann, Rolf Treier und zwei Lehrlingen des Forstbetriebes arbeiten nur drei Bözer mit. «Offenbar ist der Anlass bei der Bevölkerung zu wenig bekannt, obwohl es ein Flugblatt gab», so Annemarie Baumann. Es habe in früheren Jahren auch schon mehr Leute gehabt; allerdings sei «Zäme Räche», schon letztes Jahr schlecht besucht gewesen. «Da hat es aber geregnet und in Frick war noch Expo.»

Rund drei Stunden brauchten die Bözer um das Heu - eine Menge von etwa zehn Rundballen - zusammenzurechen. Die schweisstreibende Arbeit wurde natürlich mit einem feinen Mittagessen belohnt. Vorbereitet wurde dies von Vreni Erb, ehemalige Frau Gemeindeammann von Bözen, auf deren Initiative das «Zäme Räche» einst eingeführt wurde. (kpf)