Eiken
Böse Gerüchte über Kandidatin: Ihre Gegner wollen es nicht gewesen sein

Über die Gemeinderatskandidatin Erika Manz kursiert in Eiken das Gerücht, sie beziehe Sozialhilfe. Die IG «Neue Gemeinderäte für unser Dorf» distanziert sich davon in einem offenen Brief.

Thomas Wehrli
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Über die Gemeinderatskandidatin Erika Manz kursiert in der Gemeinde ein böses Gerücht.

Über die Gemeinderatskandidatin Erika Manz kursiert in der Gemeinde ein böses Gerücht.

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Am Stammtisch im «Rössli» in Eiken macht seit einigen Tagen das Gerücht die Runde, Erika Manz, die am Sonntag zur Ersatzwahl in den Gemeinderat antritt, beziehe Sozialhilfe. Die 38-Jährige weist dies energisch von sich und spricht von einer «bösartigen Verleumdung».

Nicht nur ihr Gegenkandidat Christoph Aebi, für den «Gerüchte keine stichhaltigen Argumente» sind, sondern auch die IG «Neue Gemeinderäte für unser Dorf», die Aebi als Kandidaten portiert hat, distanziert sich in einem «offenen Brief an Frau Manz und die Bevölkerung von Eiken» in aller Form von den Gerüchten und deren Verbreitung. «Wir finden dies absolut inakzeptabel», schreibt die IG, der die fünf ehemaligen, langjährigen Gemeinderäte Anton Schwarz, Kurt Riner, Bruno Dinkel, Werner Gasser und Georges Collin angehören. Persönliche Angriffe und die Verbreitung von Stammtisch-Gerüchten sind für die IG ein indiskutables Vorgehen.

Wer diese Stammtisch-Gerüchte in die Welt gesetzt hat, ist der IG nach eigener Aussage nicht bekannt. «Die Mitglieder der IG sind keine Stammtischgäste.» Die IG habe auch nie mit Erika Manz Kontakt gehabt (und umgekehrt).

Ganz abgesehen davon «haben wir auch keine Veranlassung, «uns mit ihrer finanziellen Situation zu befassen». Die IG habe sich bis heute sachlich verhalten und «wir werden dies auch gegenüber allen Kandidatinnen und Kandidaten weiterhin sein».

Richtig ist, dass die IG den Gegenkandidaten, Christoph Aebi, unterstützt. Der Aussage von Erika Manz in der az von gestern, die IG wolle sie nicht im Gemeinderat, widerspricht die IG in ihrem offenen Brief zwar nicht direkt, schränkt allerdings ein: Diese Aussage sei ihres Erachtens nicht relevant, «da nur die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger darüber entscheiden werden». Jeder Eiker habe die Möglichkeit, sich zur Wahl zu stellen.

Kandidaten für den 8. März

Dass die IG mit Christoph Aebi einen Gegenkandidaten zu Erika Manz aufgestellt hat, liegt zum einen daran, dass die IG der Bevölkerung eine Wahlmöglichkeit bieten will. Zum anderen war lange nicht klar, ob Erika Manz überhaupt zu diesem zweiten Wahlgang für die Ersatzwahl von Guido Schmidli antritt oder erst am 8. März, wenn es gilt, die Sitze von Gemeindeammann Peter Balzer und Vizeammann Beat Schöni neu zu besetzen. Manz entschied sich dann kurzfristig, bereits für den Wahlgang am 25. Januar zu kandidieren – zog allerdings ihre Bewerbung für den 8. März bislang nicht zurück. Tut sie das bis zum Freitag nicht, ist sie, wird sie am Sonntag nicht gewählt, automatisch bereits für den 8. März gesetzt.

Am Freitag läuft die offizielle Meldefrist für den März-Wahlgang ab. Die IG hat noch vor Weihnachten bekannt gegeben, dass sie einen ersten Kandidaten für diese Doppelvakanz-Wahl gefunden hat. Den Namen will die IG vor Ablauf der Meldefrist nicht nennen. Auch nicht, ob sie inzwischen noch einen weiteren Kandidaten gefunden hat, da für diese Mitteilung die Gemeindekanzlei zuständig sei.

Die IG, die sich nach der verfahrenen Situation im Eiker Gemeinderat und den daraus resultierenden vier Rücktritten aus dem Gremium gebildet hat, will vor allem eines: Die Gemeinde weiterbringen und ihren Beitrag dazu leisten, dass der Gemeinderat wieder komplett ist. Sie ruft die Bevölkerung in «dieser ‹komplizierten› Zeit» dazu auf, sachlich zu denken und zu handeln.

«Ruhe in Angelegenheit bringen»

«Wir alle müssen bestrebt sein, Ruhe in die Angelegenheit zu bringen», schreibt die IG in ihrem offenen Brief. Die IG gibt Manz auch recht, wenn sie sagt: «So kommt die Gemeinde keinen Schritt weiter und wird weiterhin in den negativen Schlagzeilen stehen.»

«Wollen wir das wirklich?», fragt die IG und gibt zur Antwort: «Wenn wieder Vertrauen die Basis sein soll, dann gilt es jetzt, absolut fair zu handeln.»