Badesaison
«Bombastisches Ergebnis»: Thermalbäder profitieren vom miesen Juli-Wetter

Das verregnete Wetter im Juli zahlt sich für die Aargauer Thermalbäder aus: Sie verzeichneten bis zu 70 Prozent mehr Gäste als im Juli des Vorjahres. Im langjährigen Vergleich ist die Anzahl Eintritte ein Spitzenwert.

Pirmin Kramer
Drucken
Teilen
Für sie war der Juli einträglich: Die Thermalbäder Sole Uno in Rheinfelden, Schinznach und Zurzach.

Für sie war der Juli einträglich: Die Thermalbäder Sole Uno in Rheinfelden, Schinznach und Zurzach.

az / key

Der Juli war nass und düster – von Rekordsonnenarmut und Rekordniederschlägen berichtet Meteo Schweiz im Klimabulletin. Zu den Verlierern zählen wegen des schlechten Wetters die Schwimmbäder.

René Hächler, Chefbadmeister im Freibad Schachen in Aarau: «Letztes Jahr hatten wir mehr als doppelt so viele Eintritte wie dieses Jahr. Diesen Juli haben wir 25000 Besucher gezählt, letztes Jahr 56000 Eintritte. Schade, dass ausgerechnet in den Schulferien schlechtes Wetter herrschte. Immerhin war der Juni mit 37000 Eintritten überdurchschnittlich gut.»

Es gibt aber auch Menschen, die sich wie Honigkuchenpferde über Rekordniederschläge und die «wenig sommerliche Kälte» des Julis freuten: Die Betreiber der Thermalbäder.

Dominik Keller, Geschäftsführer des Thermalbades Zurzach, spricht von einem «bombastischen Ergebnis». «Gegenüber dem Vorjahr zählten wir im Juli 70 Prozent mehr Eintritte. Zum Teil haben wir weit über 2000 Badegäste pro Tag gezählt, was für den Sommer aussergewöhnlich ist.»

Grund für den Besucherzuwachs sei aber nicht nur das schlechte Wetter, sondern auch die Eröffnung der neuen Wellnesswelt im letzten Oktober. 11 Millionen Franken hatte die Thermalbad Zurzach AG für den Bau einer dreistöckigen Bohrturm-Sauna, eines Naturschwimmteichs mit Textil Saunen und eines Intensiv-Solebads investiert.

Auch das Thermalbad sole uno in Rheinfelden hat im Juli vom miesen Wetter profitiert. Dort zählte man 60 Prozent mehr Badegäste als im Juli des Vorjahres, wie Geschäftsführer Thomas Kirchhofer sagt. «Man muss bedenken, dass der Juli 2013 extrem heiss und die Gästezahl bei uns eher tief war.»

Doch auch im langjährigen Vergleich sei die Juli-Gästezahl des Jahres 2014 ein Topwert, sagt Kirchhofer. Auch die Thermalbäder in Bad Schinznach profitierten vom schlechten Juli-Wetter, wie Marketingleiter Ulrich Leistner sagt. «Sowohl im Bad Aquarena fun als auch in der dazugehörigen Sauna hatten wir rund doppelt so viele Besucher wie im Juli letztes Jahr.»

Und die Thermalbäder dürfen weiter zuversichtlich sein: Gemäss Meteo Schweiz sorgt heute ein Zwischenhocheinfluss über den Alpen zwar für eine vorübergehende Stabilisierung – doch auf Donnerstag streift uns ein Ausläufer des steuernden Tiefdruckgebiets mit Kern südlich von Island.