Effingen

Bözer beklagt Landschaden nach Festival: «Nicht alle sind von solchen Anlässen begeistert»

Die Spuren vom Materialtransport sind im Sagimülitäli nicht zu übersehen.

Die Spuren vom Materialtransport sind im Sagimülitäli nicht zu übersehen.

Auf dem Gelände der Outdoor Selection blieb ein Landschaden zurück, der Wanderer störe, beklagt sich ein Bözer. Eine Neuauflage der Party scheint dennoch möglich.

Vor zweieinhalb Wochen fand hinter der regionalen Schiessanlage Talmatte in Effingen zum zweiten Mal das 24-Stunden-Festival Outdoor Selection mit elektronischer Tanzmusik statt. Zum Teil von weit her reisten 1150 Partygänger in die 600-Seelen-Gemeinde. Die Polizei Oberes Fricktal zog eine positive Bilanz.

Nun hat sich Urs Frei aus Bözen bei der AZ gemeldet und ein paar Bilder mitgeschickt. Er schreibt dazu: «Wenn man die Kehrseite eines solchen Konzerts ansieht, dann begreift man, dass nicht alle Leute von solchen Anlässen begeistert sind.» Das Sagimülitali in Effingen sei ein Juwel im Jurapark und das Festival-Gelände sehe derzeit trostlos aus, sagt Frei, der im Jurapark Aargau regelmässig als Landschaftsführer im Einsatz steht.

Tatsächlich sind die Spuren in der Wiese vom Materialtransport bei nasser Witterung nicht zu übersehen. Für Urs Frei ist dies ein völlig anderer Fall, als wenn ein Zirkus beim Amphi in Windisch oder auf dem Ebnet in Frick eine Wiese umpflügt. «Das Sagimülitäli hat einen viel höheren Stellenwert und wird jeweils an den Wochenenden von Dutzenden von Leuten durchwandert. Wenn man im Jurapark überall von diesem wunderschönen Tal schwärmt, dann passen solche Bilder einfach nicht», betont Frei.

Andreas Thommen, Ammann von Effingen, ist über die Situation im Bild. «Das ist leider eine unschöne Bodenverdichtung», sagt der studierte Agronom. Der Landwirt, der die Matte gepachtet hat, werde diese Stellen grubbern, eggen und neu anblümen. Die Kosten dafür habe der Veranstalter von Outdoor Selection zu tragen. Das ist Bestandteil des Mietvertrags mit dem Pächter.

Der Gemeinde Effingen mussten die Organisatoren eine Kaution bezahlen. Diese würde angetastet, wenn es um Kosten für die Gemeinde ginge, weil beispielsweise auf öffentlichem Grund noch Abfall herumliegt oder etwas beschädigt wurde. Gestern fand die Schlussbesprechung mit dem Veranstalter und der Regionalpolizei statt. Laut Thommen fällt die Bilanz weitgehend positiv aus. Die Auswertung der Lärmmessung habe ergeben, dass die Lautstärke um 23.30 Uhr während zirka einer halben Stunde um ein Dezibel überschritten wurde. Hier droht eine Geldbusse. Zudem habe man ein paar Details besprochen, die bei einer Neuauflage allenfalls noch optimiert werden könnten, fährt Thommen fort.

Geht es nach den Verantwortlichen von Outdoor Selection, so soll nächstes Jahr wieder eine Goa-Party in Effingen stattfinden. Die Suche nach einem geeigneten Gelände war nicht einfach und dauerte ganze vier Jahre. Auch der Gemeindeammann kann sich eine Neuauflage vorstellen: «Sobald ein Gesuch vorliegt, werden wir dieses wieder prüfen und die Interessenslage abwägen.»

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