Wölflinswil
Blockzeiten kosten Gemeinde Wölflinswil rund 4000 Franken

Die Schule bewegt. Am Info-Anlass zu Schulthemen in Wölflinswil nahmen mehr Leute teil, als üblicherwiese an einer Gemeindeversammlung. Aus gutem Grund: Befürworter und Gegner der Blockzeiten präsentierten vor dem Urnengang nochmals ihre Argumente.

Peter Bircher
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Reges Interesse: Die Turnhalle war am Informationsabend zu Schulthemen gut gefüllt.

Reges Interesse: Die Turnhalle war am Informationsabend zu Schulthemen gut gefüllt.

Peter Bircher

Das lebhafte Interesse der Eltern war da. Diese Schulversammlung war besser besucht als üblicherweise die Gemeindeversammlung. Das von jungen Eltern lancierte Referendum gegen den knappen Gemeindeversammlungsbeschluss zugunsten von Blockzeiten (31 Ja, 29 Nein) war ein guter Auslöser für eine breite Schulinformation in einer Dichte, die eher ungewohnt ist.

Der Abend bot auch eine klare Begründung dafür, dass es nicht nur die geleitete und umfassend strukturierte Schule braucht, sondern auch die «umsorgte Schule», eine Demokratie der Teilnahme, der Mitsprache, des Mittragens auch vonseiten der Eltern und der Behörden. Kurz: Auch eine profiliert geführte Schule braucht Zusammenarbeit und eine offene Gesprächskultur. Gemeinderätin Barbara Fricker und Schulpflegepräsidentin Brigitte Sattler leiteten die Veranstaltung.

Die Schule ist nichts Statisches. Mindestens jedes Jahr müssen die Weichen neu oder anders gestellt werden aufgrund der Schülerzahlen, der Klassengrösse, der Lektionenzahl, der Pensen und auch die Kostenfrage stellt sich immer wieder.

Zwei Drittel zahlt der Kanton

Der Kanton macht wichtige Vorgaben. Die Dorfschule in Wölflinswil (95 Kindern in Kindergarten und Volksschule ohne auswärts unterrichtete Schüler) kostet rund 500 000 Franken im Jahr, der Kanton trägt zwei Drittel der Kosten. Die Einführung von Blockzeiten betrifft ausschliesslich die erste Klasse. Zwei Lektionen mehr kosten die Gemeinde bei einem Drittel-Anteil rund 4000 Franken.

Aufstockungen der Lektionen in den übrigen Klassen bleiben mittelfristig Theorie, weil man froh sein kann, wenn bei den bekannten Sparbemühungen des Kantons der Status quo erhalten bleibt.

Die Behörden, die Schulleitung und die Lehrerschaft traten an der Versammlung für die Blockzeiten ein mit den Hauptargumenten: Regelmässigkeit ist wichtig, der Schulalltag wird beruhigt, klare Strukturen geschaffen. Demgegenüber argumentierten die Referendumsbefürworter und Blockzeitengegner, die Einführung bleibe nicht kostenneutral. Sie brachten bis zu sechs Lektionen mehr ins Spiel und wollten vor allem den eigenen Freiraum einer Gemeindeschule nicht aufgeben.

Philipp Bucher, Dozent an der Fachhochschule Nordwestschweiz führte aus, dass sich im Aargau die Blockzeiten beinahe flächendeckend – bis zu 90 Prozent – etabliert hätten.

Projekt Altersdurchmischtes Lernen

«Das Drei-Jahres-Projekt Altersdurchmischtes Lernen geht an der Schule Wölflinswil dem Abschluss entgegen», betonte die Schulleiterin Marie-Theres Bobst. Gabrielle Bühler Müller von der Pädagogischen Hochschule skizzierte das Hauptanliegen dieses Programms: Die Motivation wird in den Mittelpunkt gerückt. Diese erreiche ein Kind mit praktischen Beispielen, der «lockereren Kompetenzerfahrung auch im Spiel», sowie mit der sozialen Anerkennung, indem es weiss und spürt, ich gehöre dazu. Daraus wachse schliesslich das Mitgestalten, die Partizipation. Die Lehrkräfte illustrierten daraufhin mit praktischen Beispielen (Bau einer Murmelbahn, Rund um den Apfel, Begabungsförderung und Robotik) wie gegenseitiges Lernen funktioniert.

Sicherheit auf dem Schulweg

Wie Marc Kunz, Vizepräsident der Schulpflege ausführte, will sich die Behörde intensiv der Verkehrssicherheit annehmen. Das Problem sei erkannt und man wolle nun gründlich analysieren, beurteilen und schliesslich Massnahmen einleiten. «Der Schulweg ist eine wichtige Erfahrung für das Kind. Wir möchten diesen so sicher als möglich gestalten», führte Kunz aus.

Corinne Tögel referierte für die Lehrerschaft über den neuen Aussenraum» Im Rahmen der Natur- und Kulturwoche vor Pfingsten wird die Schulhausumgebung in einem wichtigen Teilbereich neu gestaltet mit Schulgarten, Element Wasser, Hecken, Pflanzen und einem Aussenschulraum, der ab Schulzimmer direkt zugänglich sein soll. Zwei anerkannte Stiftungen im Bereich «Naturnahe Schule» und «Förderung der Pflanzenkenntnisse» haben Beiträge zugesichert, aber auch die Gemeinde ist im Projekt stark involviert.