Kurz nach Weihnachten tat sich die Erde auf. Ende Dezember 2009 wurden im Gebiet Neulig oberhalb von Hellikon zwei riesige Krater im Boden entdeckt. Ein unterirdischer Erdrutsch hatte dafür gesorgt – und damit auch dafür, dass Hellikon international bekannt wurde. Es kamen Reporter aus der ganzen Schweiz und auch aus dem angrenzenden Ausland auf den Helliker Berg, schauten in die beiden Löcher und wollten von Bauern, Gemeindebehörden und Geophysikern möglichst viele, möglichst spannende und möglichst sensationelle News erfahren.

Jetzt, sechs Jahre später, soll Schaulustigen ein neuer Einblick in die über 20 Meter tiefen Löcher geboten werden. Die Naturschutzorganisation Pro Natura Aargau will sie als «erlebbare Geologie erhalten», wie Florin Rutschmann sagt. In die Löcher abzusteigen, wäre allerdings zu gefährlich. Deshalb hat sich Pro Natura eine Alternative überlegt: einen mobilen Turm. Dieser soll einen Einblick von oben gewähren.

Anfangs Mai erstmals in Hellikon

Anfang Jahr wurde der Holzturm bei der Zimmerei Grauwiler in Hellikon gebaut. An der Messe «Fischen, Jagen, Schiessen» Ende Februar in Bern feierte er Premiere. Aktuell ist er bei der Zimmerei eingelagert und wird in einigen Details optimiert.

«Aufgrund der Erfahrungen beim Auf- und Abbau an der Messe wurden einige Verbindungsdetails überdacht und werden angepasst. So wird der Aufbau einfacher», sagt Rutschmann. In einigen Wochen soll er erstmals in Hellikon aufgestellt werden. «Aktuell ist geplant, dass dies Anfang Mai der Fall sein wird», sagt Rutschmann.

Der neue mobile Turm, dessen Auf- und Abbau ohne grosse technische Hilfsmittel funktioniert, braucht keine Baueingabe bei den Gemeinden, dafür aber muss er alle zwei Monate verstellt werden. Pro Natura hat dafür bereits weitere Standorte vorgesehen. Nach den Löchern in Hellikon wird er in weiteren Aargauer Schutzgebieten aufgestellt.

Bereits eingeplant ist der Einsatz des Turms bei einem Renaturierungsprojekt im Reusstal als Informationsplattform während der Bauzeit. «Es ist im Moment jedoch noch nicht klar, wann diese Arbeiten starten können», sagt Rutschmann. Für weitere Standorte gäbe es einige Ideen, diese seien jedoch noch keinem fixen Terminplan unterworfen.

Im Winter wird der Turm eingelagert

Eingesetzt wird der Turm zwischen Frühling und Herbst. Während des Winters soll er eingelagert werden. «Dies einerseits aus Sicherheitsüberlegungen, da das Holz im Winter rutschig wird, und andererseits auch, weil die Nutzung durch Besucher im Winter eher gering wäre», sagt Rutschmann.

Gekostet hat der Aussichtsturm rund 25 000 Franken. Die Kosten wurden von verschiedenen Organisationen getragen. Dazu gehören Jagd Aargau, Jagd Schweiz, die Stiftung Wildtiere, Pro Natura, Landschaft und Leben, Pro Holz sowie die Zimmerei Grauwiler und eine Privatperson.