Bad Säckingen (D)

Bleibt der Schädelfund ungelöst?

In diesem Wäldchen beim Bad Säckinger Bergsee fanden Spaziergänger zwischen Weihnachten und Neujahr einen Schädel – derzeit läuft eine Kohlenstoffdatierung.

In diesem Wäldchen beim Bad Säckinger Bergsee fanden Spaziergänger zwischen Weihnachten und Neujahr einen Schädel – derzeit läuft eine Kohlenstoffdatierung.

DNA-Abgleiche brachten bislang keine Übereinstimmungen

Zwischen Weihnachten und Neujahr machten Spaziergänger in der Nähe des Bergsees in Bad Säckingen eine grausige Entdeckung: Nur wenige Meter vom Parkplatz entfernt fanden sie einen skelettierten Schädel. Elf Wochen später gibt der Schädel den Ermittlungsbehörden immer noch Rätsel auf. Gesichert ist, dass der Schädel zur Leiche einer weiblichen Person gehört. Dies habe die DNA-Analyse ergeben, sagt Mathias Albicker, Sprecher des Polizeipräsidiums Freiburg.

Ausschliessen können die Staatsanwaltschaft Waldshut-Tiengen und das Polizeipräsidium Freiburg inzwischen auch, dass es sich um den Schädel der Aargauerin Gina Hauenstein handelt, wie Tele M1 berichtete. Hauenstein verschwand im Jahr 2000 in Kleindöttingen. Ein Hund fand 2013 dann im deutschen Dogern im Schlamm am Rhein einen Oberschenkelknochen, den man ihr zuordnen konnte. Ein DNA-Abgleich zwischen Oberschenkelknochen und Schädel hat nun keine Übereinstimmung ergeben, wie der Polizeisprecher sagt. Auch die weiteren durchgeführten DNA-Abgleiche mit in der Region vermissten beziehungsweise verstorbenen Personen seien bislang negativ verlaufen, erklärt Albicker weiter.

Wie viele DNA-Abgleiche seit dem Schädel durchgeführt wurden, kann Albicker nicht sagen. «Der Abgleich der Schädel-DNA erfolgt bundesweit und mit Dateien der umliegenden Nachbarländer», erklärt er auf Anfrage der AZ. «Eine Bezifferung der insgesamt verglichenen Profile ist hier nicht möglich.»

Kohlestoffdatierung läuft

Gesicherte Erkenntnisse, die über das Geschlecht hinausgehen, haben die deutschen Behörden nach dem derzeitigen Ermittlungsstand noch keine. Weder zum Alter der Toten, noch zu ihrer Herkunft, noch zum Todeszeitpunkt könne man derzeit verlässliche Angaben machen, sagt Mathias Albicker. «Auch kann keine Aussage darüber getroffen werden, ob die Person einem Verbrechen zum Opfer fiel. Unklar ist auch weiterhin, wie lange der Schädel an der Fundstelle gelegen hat, als er zwischen Weihnachten und Neujahr gefunden wurde.» Bereits unmittelbar nach dem Fund hatte Albicker zur AZ gesagt, es seien viele 100 Szenarien vorstellbar, wie der Schädel in die Nähe des Bergsee-Parkplatzes gelangt sei.

Mittlerweile wurde der skelettierte Schädel erfolglos auf Fingerabdrücke untersucht. Nun laufen weitere Ermittlungen. «Derzeit wird eine spezielle Altersuntersuchung der Knochen in Auftrag gegeben», beschreibt der Polizeisprecher die weiteren Ermittlungsschritte. Dabei handle es sich um eine Kohlenstoffdatierung zur Liegezeitbestimmung. «Diese Untersuchung wird längere Zeit in Anspruch nehmen.» Darüber hinaus arbeitet die deutsche Polizei weiterhin Hinweise aus der Bevölkerung ab. Diese kamen nach dem Schädelfund auch von Schweizer Seite, wie Mathias Albicker sagt. «Den Hinweisen wurde und wird nachgegangen», so der Polizeisprecher weiter. «Ein positives Ergebnis gab es aber bisher nicht.»

Und so bleibt derzeit offen, ob die Rätsel um den Schädel vom Bergsee überhaupt je gelöst werden können. «Eine verlässliche Prognose, ob der Schädel letztlich einer Person zugeordnet werden kann, kann nicht getroffen werden», räumt Albicker ein.

Autor

Marc Fischer

Marc Fischer

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