Doch es gab nicht nur 25 Jahre Laufenburger Gugge-Open-Air zu feiern. Auch die veranstaltende Gruppe, die Roli-Guggers aus Laufenburg/Baden, hatten Grund, sich zu freuen: Besteht ihre Truppe doch nun schon seit 40 Jahren. Der Stolz auf das Jubiläum war bei ihrem Auftaktspiel an der Codmananlage gegen 19 Uhr deutlich hörbar. Obwohl – sie mussten noch ein klein wenig Geduld haben. Denn die Kinder-Guggen, die sich beim Jubiläums-Open-Air zum ersten Mal präsentierten, hatten ein bisschen länger gespielt als geplant. Und Zeit spielte schon eine Rolle, galt es doch, mehr als 30 Formationen aus neun Kantonen und fünf deutschen Landkreisen im fliegenden Wechsel auftreten zu lassen – eine organisatorische Meisterleistung der Veranstalter – Roli-Guggers und Fasnachtsgesellschaft Salmfänger.

Wenn Guggenmusiken die Wintergeister vertreiben sollen, dann hatten sie am Freitagabend in Laufenburg viel zu tun. Doch gegen eisige Winde gab es ein Rezept: noch inbrünstiger musizieren und tanzen. Und das taten die Guggen auf den fünf Bühnen beidseits des Rheins und steckten mit ihrer Spielfreude die Umstehenden an. Nicht nur klanglich begeisterten sie. Mit farbenprächtigen Kostümen und wahren Kunstwerken aus Schminke boten sie auch optische Höhepunkte. Viele männliche Gugger schreckten sich auch nicht davor, die Haarpracht für das Festival irokesenhaft zu stutzen.

Die Zuhörer konnten bis in die Nacht hinein durch die beiden Schwesterstädte flanieren und Guggenmusik immer wieder neu erleben. Mit Spannung wurde die Formation «Can & Gat» aus dem Tessin erwartet, «special guest» und zum ersten Mal in Laufenburg dabei. Und es wurde richtig eng auf der Bühne am Marktplatz: 80 Aktive nahmen die Bühne und den Strassenraum davor ein und boten eine Show, die man so beim Guggen-Open-Air wohl noch nie hat erleben dürfen.