Fricktal
Bis zu 133 Franken Unterschied zwischen Kassenprämien

Bei den regionalen Krankenkassenprämien gibt es teilweise grosse Unterschiede, wie ein Rechenbeispiel zeigt.

Miriam Suter
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Die Krankenkassenprämien im Kanton Aargau liegen im gesamtschweizerischen Vergleich im mittleren Bereich. Keystone

Die Krankenkassenprämien im Kanton Aargau liegen im gesamtschweizerischen Vergleich im mittleren Bereich. Keystone

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Auch im kommenden Jahr werden die Krankenkassenprämien wieder teurer, im Schnitt steigen die Kosten um vier Prozent. Der Kanton Aargau liegt genau im gesamtschweizerischen Mittel. Hier bezahlen Erwachsene laut dem Bundesamt für Gesundheit im Durchschnitt monatlich 387.38 Franken für ihre Krankenkasse, ab nächstem Jahr 402.70 Franken. Für die 19- bis 25-Jährigen steigt die kantonale Durchschnittsprämie ab nächstem Jahr auf monatlich 369.75 Franken, aktuell sind es noch 355.41 Franken.

Im Fricktal, das zeigt ein Testlauf auf comparis.ch, gibt es innerhalb der Kassen keine regionalen Unterschiede. Doch welche Kasse bietet das günstigste Angebot, welche ist die teuerste? Die az hat mit dem Prämienrechner von comparis.ch zwei Beispiele durchgerechnet. Beide Fälle wurden für das Standardmodell, also freie Arztwahl, ohne Unfalleinschluss und Zusatzversicherungen ausgerechnet. Einmal für eine 30-jährige Person mit 300 Franken Franchise, das zweite Beispiel bezieht sich auf einen jungen Erwachsenen unter 26 Jahren mit einer Franchise von 2500 Franken.

Zusätzlich werden die Kassen auf comparis.ch benotet. Laut Regina Gerdes von der Medienstelle der Comparis werden alle Anbieter von einer stichprobenartig ausgewählten Gruppe von Comparis-Usern bewertet, welche über die Website eine Krankenkassen-Offerte eingeholt haben. Die Umfrage wird jährlich durchgeführt und ist nicht repräsentativ. Die Noten können aber bei der Auswahl einer neuen Kasse helfen. Bei der Umfrage werden die Kassen nach Kompetenz und Einsatzbereitschaft der Mitarbeiter, Abrechnungen (Übersichtlichkeit, Schnelligkeit der Auszahlung, Kulanz) und Verständlichkeit und Übersichtlichkeit der Kundeninformationen bewertet. Daraus ergibt sich ein Durchschnitt, der wie eine Schulnote gewichtet wird. Falls eine Bewertung «nicht vermerkt» wird, haben laut Gerdes noch zu wenige User diesen Anbieter bewertet, als dass ein aussagekräftiger Wert erstellt werden könnte.

Grosse preisliche Unterschiede

Zwischen der günstigsten und der teuersten Krankenkassenprämie liegen bei den Beispielen der az bis zu 133 Franken pro Monat. Laut Felix Schneuwly, Krankenkassenexperte der Comparis-Redaktion, liegt der Hauptgrund für diese Preisunterschiede bei den unterschiedlichen Risikostrukturen der Versicherungen: Kranke Versicherte brauchen mehr medizinische Leistungen als gesunde, bezahlen aber beim gleichen Versicherer die gleiche Prämie. Damit die Prämienunterschiede zwischen Versicherern mit mehr Kranken und solchen mit mehr Gesunden nicht zu stark variieren, gibt es den Risikoausgleich. Für junge Männer zum Beispiel bezahlen die Krankenkassen in den Risikoausgleich ein, sie beziehen im Durchschnitt weniger Leistungen. Für alte Frauen wiederum bekommen sie Geld aus dem Risikoausgleich. Der kleinste Faktor ist laut Schneuwly der Verwaltungsaufwand der Kassen. Dieser beträgt laut dem Experten nämlich gerade einmal fünf Prozent.

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