Frick
Bis zu 10 Prozent mehr Steuern – grünes Licht für Beitritt zum Jurapark

Mit dem Budget 2022 bahnt sich in der Gemeinde Frick eine kräftige Steuerfusserhöhung an – trotzdem sagen die Stimmbürger Ja zum Beitritt in den Jurapark Aargau.

Dennis Kalt
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Die finanzielle Lage der Gemeinde Frick sieht nicht allzu rosig aus. (Symbolbild)

Die finanzielle Lage der Gemeinde Frick sieht nicht allzu rosig aus. (Symbolbild)

Sandra Ardizzone

Es waren markige Worte, die da Marcus Demmler, Finanzkommissionspräsident, an der Fricker «Gmeind» verlauten liess. «Nicht fünf vor zwölf» sei es für eine Steuerfusserhöhung, «sondern bereits fünf nach zwölf». Das Budget 2021 zur Genehmigung den 78 von 3431 Stimmberechtigten konnte die Finanzkommission denn auch nur empfehlen, weil der Gemeinderat der Pandemie wegen verzichtete, einen erhöhten Steuerfuss ins Blaue hinein festzulegen und dies auf Grundlage eines sorgfältigen Planungs- und Informationsprozess mit dem Budget 2022 nachholen will.

Dass die finanzielle Lage der Gemeinde nicht rosig aussieht, daraus machte Vizeammann Christian Fricker keinen Hehl. Derzeit betragen die langfristigen Schulden zwischen 21 und 22 Millionen Franken. «Unsere Selbstfinanzierung ist ungenügend», sagte er. Es klafft eine Lücke zwischen den erwarteten Investitionen und der erwirtschafteten Selbstfinanzierung. So weist denn auch das Budget 2021 im Gesamtergebnis ein Minus von fast einer halben Million Franken aus. Dies, obwohl der Gemeinderat die Sparschraube angezogen oder, wie es Fricker formuliert, «die Zitrone ausgequetscht hat».

Beitritt zu Jurapark nur möglich zu Beginn der Betriebsphasen

Eine Aussage, in welchem Rahmen die für das Budget 2022 zu traktandierende Erhöhung ausfallen könnte, machte an diesem Freitagabend Gemeindeammann Daniel Suter. Zwischen acht und zehn Prozentpunkten, nannte er – unter Vorbehalt des anstehenden Planungsprozesses – als Orientierungsgrösse. Schlussendlich gaben die Stimmbürger grossmehrheitlich grünes Licht für das Budget 2021 mit einem unveränderten Steuerfuss von 99 Prozent.

Die finanzielle Situation war es auch, die eine Stimmbürgerin zur Wortmeldung veranlasste, man solle den Beitritt zum Jurapark Aargau auf einen späteren Zeitpunkt verschieben. Suter wies darauf hin, dass dann ein Beitritt erst wieder in zehn Jahren möglich sei – Beitritte zum Jurapark Aargau sind nur möglich zu Beginn der Betriebsphasen, die in Zehn-Jahres-Zyklen verlaufen. Für den Beitritt per Beginn 2022, mit dem pro Jahr und Einwohner fünf Franken fällig werden, gab der Souverän grünes Licht.

Bauverwalter wird nach 13 Amtsjahren verabschiedet

Den grössten Kredit mit 4,78 Millionen Franken bewilligten die Stimmberechtigten für die Sanierung der Quartiererschliessung Zwidellen. Auch durch winkte der Souverän einen Kredit über 965000 Franken für die Umsetzung des Konzepts Medien und Informatik an der Schule. 330 Geräte werden für Kindergarten und Primarschule angeschafft, 600 entfallen auf die Oberstufe. 140 Geräte benötigen die Lehrpersonen.

Beifall, Dank und Glückwünsche gab es für Harri Widmer. Der Gemeinderat verabschiedete ihn nach 13 Jahren im Amt als Leiter Bau und Umwelt. In seiner Fricker Amtszeit stellte er 1099 Baubewilligungen aus.

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