Frick
Biolandbau mit innovativen Lösungen weiterentwickelt

Mit grossem Elan arbeitet das FiBL (Forschungsinstitut für biologischen Landbau) an der technischen, ökologischen und gesellschaftlichen Weiterentwicklung des Biolandbaus und wartet mit innovativen Lösungen auf.

Walter Christen
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Informationsvermittlung am FiBL in Frick, hier im Sommer 2012 für die Bundeshausfraktion der Grünliberalen Partei (GLP) der Schweiz. chr

Informationsvermittlung am FiBL in Frick, hier im Sommer 2012 für die Bundeshausfraktion der Grünliberalen Partei (GLP) der Schweiz. chr

«Das ist jedoch kein einfaches Unterfangen, steht doch für biospezifische Lösungen wesentlich weniger staatliches Forschungsgeld zur Verfügung und hat die Agro- und Lebensmittelindustrie wegen des kleinen Marktanteils wenig Interesse, zum Beispiel Biopflanzenschutzmittel, hoch angepasste Biosorten oder sehr schonende Verarbeitungsmethoden für Lebensmittel zu entwickeln.»

Dies wird im Vorwort zum Tätigkeitsbericht 2012 festgehalten von Urs Niggli, dem Direktor des FiBL Schweiz, von Robert Hermanowski, Geschäftsführer FiBL Deutschland und von Andreas Kranzler, Geschäftsführer FiBL Österreich.

Dass aber dennoch Erfolge erzielt werden in der Biolandwirtschaftsforschung und das FiBL auch im vorigen Jahr einiges in Bewegung gebracht hat, beweist der umfangreiche Tätigkeitsbericht auf eindrückliche Art und Weise.

Das FiBL: Forschung für die Praxis

FiBL steht für Kompetenz in der Biolandwirtschaft und für Nachhaltigkeit. Das Forschungsinstitut für biologischen Landbau betreibt Forschung für die Praxis, wurde im Jahr 1973 gegründet und befindet sich heute in Frick, in den erweiterten Liegenschaften der ehemaligen Landwirtschaftlichen Schule. Es handelt sich um die weltweit führende Forschungseinrichtung für Biolandbau mit 120 Beschäftigten am Standort in der Schweiz, 15 in Deutschland und weiteren 12 in Österreich. Das Ineinandergreifen verschiedener Forschungsgebiete und die enge Zusammenarbeit zwischen Forschung, Beratung und Bildung sind die Stärken des FiBL. Der überaus rasche Wissenstransfer von der Forschung in die Praxis ist somit sichergestellt. Die Vision der am FiBL tätigen Forscherinnen und Forscher sind fruchtbare Böden und gesunde Pflanzen. Tierärzte und Tierärztinnen forschen am FiBL zu Themen der Tierhaltung und der Tiergesundheit. FiBL-Fachleute befassen sich mit der Sozioökonomie der Biobetriebe. Forscher untersuchen chemische, physikalische und sensorische Eigenschaften biologischer Lebensmittel. Der Beratungsdienst ergänzt die FiBL-Forschung. (chr)

Dabei erinnert die Geschäftsleitung in ihrem Editorial an die erste internationale Forschungskonferenz der IFOAM (International Federation of Organic Agriculture Movements), die vor 35 Jahren vom FiBL organisiert wurde und die aus verschiedenen Gründen in die Geschichte einging.

40-jähriges Bestehen

Erstens schweisste sie die Biobewegung weltweit zusammen. Die IFOAM ist heute eine wichtige internationale Nichtregierungsorganisation und feierte im November 2012 in Bonn das 40-jährige Bestehen.

IFOAM und FiBL arbeiten noch heute eng zusammen. Zweitens setzte die Biobewegung mit der Tagung vor allen anderen ein starkes Zeichen für die Nachhaltigkeit.

Damals brachte sich das FiBL erstmals als Schrittmacher für eine ökologische Erneuerung von Landwirtschaft und Ernährungsweise ins nationale und internationale Bewusstsein – eine Rolle, welche das FiBL von den mittlerweile drei Standorten aus (Schweiz, Deutschland, Österreich) bis heute innehat.

Im Tätigkeitsbericht 2012 wird unter anderem das Klima in Verbindung mit der Bodenbearbeitung thematisiert, die Lebensmittelqualität und die Tiergesundheit kommen zur Sprache, die Vermittlung des Biowissens auf anderen Kontinenten, die Marktentwicklung und die Lebensmittelqualität, um nur einige zu nennen.

Über der ganzen Forschung steht die Nachhaltigkeit. Ein Begriff, der vom FiBL mitgeprägt wurde und mit dem Direktor Niggli und die beiden Geschäftsführer in Deutschland und Österreich «eine unverwüstliche Botschaft sehen, nämlich die Endlichkeit vieler überlebenswichtiger natürlicher Ressourcen, welche durch noch so viel Erfindungsgeist des Menschen nicht kompensiert werden können».

«Biohöfe – kein Schlaraffenland»

«Die Biohöfe sind kein Schlaraffenland, wo ohne viel Dazutun Milch und Honig fliessen. Vielmehr ist der Biolandbau ein Versuch, ortsbezogenes bäuerliches Wissen, agrarökologisches Forschungswissen und moderne Technik zu vereinen. Biolandbau ist somit keine Retrolandwirtschaft, denn diese könnte uns nicht ernähren.

Rezepte und Lösungen, welche den Biolandbau weiterbringen, sollen die ganze Landwirtschaft ökologischer machen», so das Geschäftsleitungs-Trio, das weiter festhält: «Das FiBL igelt sich deshalb nicht ein, sondern geht Themen und Partnerschaften offen an.»

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