Frick
Bioforscher in Frick wollen einen eigenen Campus

Das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) möchte seine Studenten vor Ort unterbringen. dass das FiBL seine Zusammenarbeit mit Hochschulen und Universitäten permanent erweitert, nährt den Wunsch nach einem Campus zusätzlich.

Sabina Galbiati
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FiBL-Direktor Urs Niggli: «Hier könnte bald ein Campus stehen.»Gal

FiBL-Direktor Urs Niggli: «Hier könnte bald ein Campus stehen.»Gal

Das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) in Frick sei weltweit das gefragteste, sagt Direktor und Institutsleiter Urs Niggli und beginnt prompt, all die internationalen Kooperationen und Forschungsprojekte aufzuzählen. Derzeit arbeiten 140 Wissenschafter und Techniker mit rund 80 Studenten und Praktikanten aus der ganzen Welt allein für die EU an 15 Projektaufträgen. Nur mit der Unterbringung der Mitarbeiter hapert es, weil es für die Leute am FiBL nicht genügend Unterbringungsmöglichkeiten gibt. Niggli ist deshalb überzeugt: «Die Zeit für einen FiBL-Campus ist längst reif».

Die Tatsache, dass das FiBL seine Zusammenarbeit mit den nationalen und internationalen Hochschulen und Universitäten permanent erweitert, nährt den Wunsch nach einem Campus zusätzlich. «Unsere Wissenschafter und Studenten sollen nicht nur hier arbeiten, sondern wir wollen ihnen die Möglichkeit zu einem intensiven Austausch geben», erklärt Niggli. Ziel ist unter anderem, eine Summerschool zu lancieren. Während zweier Monate könnten Wissenschafter, Regierungsbeauftragte und Studenten Kurse besuchen. «Dadurch würden wir die weltweite Vernetzung mit dem FiBL enorm fördern und wir hätten eine solide Einnahmequelle», sagt Niggli. Zweifelsohne ist das Interesse seitens der Regierungen heute schon gross. Sogar das abgeschottete Nordkorea lässt sich vom FiBL bezüglich eines Forschungsinstitutes für biologischen Landbau beraten.

Vision mit Hand und Fuss

Nigglis Vision von einem eigenen Campus ist bereits vor drei Jahren entstanden. Im April 2012 war es endlich so weit. Am FiBL fanden verschiedene Informationsgespräche statt. Die Regierungsräte Roland Brogli und Peter Beyeler liessen sich die Pläne Nigglis erklären. Mit von der Partie war auch Matthias Müller, Leiter der Abteilung Landwirtschaft Aargau im Departement Finanzen und Ressourcen.

Man kam zum Schluss, dass Nigglis Ideen durchaus realisierbar sind. So will er den Bauernhof, den das FiBL heute schon vom Kanton pachtet, ganz übernehmen. «Toll wäre es, wenn der Kanton uns diesen Hof als Schenkung überlässt, damit wir daraus den Campus bauen könnten», erklärt Niggli. Spätestens im September will der Regierungsrat entscheiden, ob der Kanton mit dem FiBL verhandeln will. «Ich bin sehr zuversichtlich, dass es mit den Verhandlungen klappen wird», sagt Matthias Müller und versichert: «Der Kanton ist sehr stolz, eine Institution wie das FiBL zu haben.»

Politische Ausgangslage optimal

Für Müller ist jedoch heute schon klar: «Eine Schenkung wird es nicht geben.» Dafür fehle dem Kanton die Rechtsgrundlage. «Würde der Kanton dem FiBL den Hof mit den beiden Angestelltenhäusern überlassen, fänden das sicher viele Aargauer flott, aber viele eben auch nicht, und dann hätten wir ein Problem», argumentiert Müller.

Indes gibt sich der Landwirtschaftschef optimistisch. Mit dem am 1. August in Kraft getretenen neuen Landwirtschaftsgesetz wäre die politische Situation im Kanton tatsächlich optimal, um ein solches Projekt umzusetzen. «Die Ziele, die wir mit dem neuen Landwirtschaftsgesetz erreichen wollen, stimmen mit jenen überein, die Urs Niggli mit dem FiBL avisiert.»