Der jahrelange Niedergang der Hochstammbäume ist dank der verstärkten Sensibilität vieler gebremst worden. Die Zahl der gepflanzten Junghochstammbäume zeigt eine steigende Tendenz. Dafür setzt sich auch der Verein Fricktaler Bio-Hochstamm-Produkte ein.

Seit zehn Jahren schon. «Die Initiative für unseren Verein ist vom Schweizer Vogelschutz/SVS/ Birdlife Schweiz ausgegangen. Er setzt sich im Rahmen des Artenförderungsprogramms Steinkauz dafür ein, dass Hochstämmer und so auch der Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten erhalten bleibt», so Vereinspräsidentin Cornelia Brennwald.

Sie sitzt auf der Terrasse im Meck in Frick, hat für einen Gesprächsaugenblick ihre Arbeit unterbrochen: Bis zum Eintreffen der Schreibenden war sie am Zurückschneiden eines Hochstammbaumes. Jetzt blinzelt sie in die schöne Frühlingssonne, spricht voller Begeisterung von der Herstellung verschiedener Produkten – Chriesi-Bier, Dörrfrüchten, Wildobstsäfte, Konfitüren.

Um die spannende Palette der Produkte-Verarbeitung beizubehalten und künftig auch auszubauen, sind die Erhaltung und die damit verbundene wichtige Pflege der Hochstammbäume und ihrer Umgebung (Hecken und Sträucher) unumgänglich.

Was bezweckt der Verein?

Der Verein Fricktaler Bio-Hochstamm-Produkte will kleine und mittlere Bio-Betriebe, Verarbeiter, Naturschutz und auch soziale Institutionen zusammenbringen. Weil der Hochstammobstbau für viele Betriebe nur ein kleiner Betriebszweig ist, braucht es gemeinsame Abnahme-, Verarbeitungs- und Vermarktungsstrukturen. Ziel ist es, mit einem attraktiven, gesunden Produktsortiment und entsprechenden Mengen kostendeckend zu arbeiten.

In den zehn Jahren seit seiner Gründung ist viel erreicht worden 17 Betriebe der nahen Umgebung mit über 3000 Hochstammbäume sind mittlerweile beteiligt. Das Sortiment umfasst rund 20 Produkte.

Wie erfolgreich diese zehn Jahre dank dem Engagement der Naturschutzorganisationen, von Privaten und Landwirten sind, formuliert Cornelia Brennwald in ihrer Einladung zum Gespräch: «In den Obstgärten wurden Jungbäume gepflanzt. Als Aufwertungsmassnahmen Nisthilfen aufgehängt, Reptilienstrukturen erstellt, Hecken und Büsche gepflanzt, um die Biodiversität zu fördern. Die Produkte sind Botschafter für das Anliegen, die Hochstamm-Obstgärten zu erhalten.»

Zu den wichtigen Aufgaben des Vereins gehören unter anderem auch, Landwirte und Naturschutzvereine zusammenzubringen. «Es war üblich abgeschnittenes Astmaterial nicht liegen zu lassen. Alles soll sauber sein. Der Naturschützer sieht in diesem Asthaufen einen wichtigen Lebensraum für Tiere», zeigt Cornelia Brennwald auf, wie wichtig das gegenseitige Verständnis ist.

Weiter sorgt der Verein auch für den Kontakt unter den Produzenten, vermarktet deren Produkte, sensibilisiert die Öffentlichkeit für das Anliegen, berät Interessierte, ersucht bei Stiftungen und staatlichen Stellen für finanzielle Unterstützung und vieles mehr. Die Vereinspräsidentin weiss, dass der Einsatz für die Erhaltung und die Förderung des Hochstammobstbaumes immer mit viel Arbeit verbunden ist. Sie selbst ist als Mitarbeiterin der ArboVitis Frick täglich damit konfrontiert. «Auf unseren insgesamt zirka 12 Hektaren Land stehen rund 800 Hochstämmer.» All diese gilt es zu pflegen.

Die Jubiläums-GV findet am 24. März mit anschliessendem Vortrag über Wildbienen statt.