«Schule bewegt», hiess das Thema eines Seminars für Schulpflegen und Schulleitungen des Bezirks Laufenburg. Regierungsrat und Bildungsdirektor Alex Hürzeler gab einen Tour d`Horizon über die aktuellen Schulthemen, die deutlich aufzeigten, dass die Schule sich bewegt.

Im Zusammenhang mit den Sparbemühungen steht nicht zuletzt die Schule Aargau im Fokus des allgemeinen Interesses. «Alle setzen sich für eine qualitativ gute Schule ein, auch wenn die Meinungen voneinander abweichen», sagte der informierende und zugleich für Verständnis werbende Bildungsdirektor einleitend.

Briefflut ans Bildungsdepartement

«Heute ist die Bildung auch für die Politik ein grosses Thema, was vor zehn Jahren kaum der Fall war», stellte Alex Hürzeler fest. Dies sei durchaus positiv zu werten. Die Leistungsanalyse 2013 bewege unglaublich, ja flächendeckend, und habe nicht zuletzt eine Briefflut, insbesondere an sein Departement für Bildung, Kultur und Sport (BKS) ausgelöst, stellte Regierungsrat Hürzeler fest. Der Regierungsrat habe für diese Reaktionen durchaus Verständnis.

Das Entlastungspaket von insgesamt 120 Millionen Franken sei ausgewogen über alle Departemente verteilt. Es sei eine grosse Aufgabe, anhand der Rückmeldungen dem Parlament eine differenzierte Vorlage zu unterbreiten. Hürzeler warnte indessen vor falschen Hoffnungen: «Am Gesamtplafond von 120 Millionen lässt sich nicht rütteln.»

Die Diskussion um die Finanzen überstrahle den Umstand, dass 2014 in Bezug auf die Bildung ein historisches Jahr sei, nämlich die Umstellung auf das System 6:3, also sechs Jahre Primarschule. Dass in dieser Frage ein Entscheid gefallen sei, bezeichnete Bildungsdirektor Hürzeler «als eine Erlösung für das Schulsystem».

Die Umstellung sei organisatorisch auf Kurs. Die Übergangslehrpläne, die bis 2018 Gültigkeit haben, sind bereit. In der 6. Primar werde in Bezug auf den Französisch-Unterricht das heutige Angebot beibehalten und für die Löhne der Lehrpersonen gelte für die nächsten sechs Jahre Besitzstandsgarantie. Die Möglichkeit von Frühpensionierungen bestehe, werde jedoch restriktiv gehandhabt.

Schulpflegen abschaffen?

Aufgrund der flächendeckenden Einführung der Schulleitungen sei der Regierungsrat der Meinung, dass die strategischen Aufgaben von ein und demselben Gremium, dem Gemeinderat, übernommen werden müssten. Die Auflösung der Schulpflegen sei indessen erst für 2018 vorgesehen.

Hürzeler verwies auf die Möglichkeit, in den Gemeinden als Ersatz entsprechende Kommissionen zu bilden. Unbestritten sei die Auflösung des Erziehungsrates, während der Abschaffung der Bezirksschulräte Widerstand begegne. Der Regierungsrat überlege sich in dieser Sache eine andere Lösung, erklärte Hürzeler.

Das Projekt Lehrplan 21 sorge auf nationaler Ebene für Bewegung, sagte der Bildungsdirektor. Der Aargau begrüsse grundsätzlich dieses Projekt, fordere jedoch «substanzielle Änderungen». Betreffend Überarbeitung und Zeitplan entscheide die Erziehungsdirektoren-Konferenz. Eine Umsetzung sei frühestens auf August 2017 zu erwarten.

Diskussion bleibt unbenutzt

Regierungsrat Hürzeler sprach auch die Volksinitiative «Ja zu Mundart im Kindergarten» an. Der Regierungsrat empfehle, den Anteil an Hochdeutsch von 50 Prozent auf einen Drittel zu senken. Hürzeler verwies auf die Wichtigkeit der Sprachkompetenz beim Übertritt in die erste Klasse.

Das Referat des Bildungsdirektors stiess bei den rund 90 anwesenden Mitgliedern von Schulpflegen und Schulleitungen auf starkes Interesse und hinterliess offensichtlich keine Fragen, wie die unbenutzte Diskussion zeigte. Im zweiten Teil vermittelten Fachleute des Kantons in Workshops Informationen zu rechtlichen Fragen, Qualitätsmanagement oder Kommunikation.