Vertiefte Sachkunde vor Ort, Erlebnis der Landschaft und Besinnliches bei den Baudenkmälern: Dies war der Dorfrundgang von Jurapark Aargau in Schupfart. Daniel Schaffner, Geschäftsführer von Dreiklang.ch, stellte Ziele und Einzelprojekte des Juraparks Aargau näher vor. Gemeindeammann Bernhard Horlacher und die Ratsmitglieder Verena Kläusler, Andreas Steinacher und René Heiz, ein Gemeinderatsmitglied war ferienhalber entschuldigt, stellten ihre Wohn- und Wirkungsgemeinde vor.

Landregulierung als Verbesserung

Auf Eichbühl, dem geografischen Mittelpunkt des Fricktals, wurde die Landregulierung dargestellt, welche bis zum Abschluss knapp
15 Jahre dauerte. Die grosse Herausforderung war die Verbesserung der Bewirtschaftung für die Landwirte: Aus 1400 Einzelparzellen wurden 440. Artenreiche Wiesen wurden ausgeschieden und als Vernetzungskorridor eine 1400 Meter lange Hecke erstellt mit 3500 Pflanzen. Das Gleichgewicht zwischen Ökologie und Ökonomie zu finden war nicht einfach.

Vieles wird am Markt entschieden, wie an einem Beispiel dargelegt wurde. «Die Zuger Kirschtorten wurden über viele Jahre aus Fricktaler Kirsch hergestellt. Jetzt wird der Kirsch aus Polen importiert. Brennkirschen, ebenso die Konservenfrüchte, wären aber für den Erhalt der Hochstammbäume das Rückgrat. Die Preise sind im Keller.» Dass der Aargauer Jura ein eigentliches Geotop ist, wurde näher beim Dorf erläutert. Fossilienfunde noch und noch auf den neu gepflügten Äckern. Man konnte sich gleich mit einem «Erinnerungsstein» bedienen.

Ein fachkundiger Vortrag gab unter einem grossen Apfelbaum Bieneninspektor und Imker Thomas Amsler. Er betreut 95 Bienenvölker und geht nach dem Blühen in unseren Lagen für den zweiten Frühling in alpine Höhen. Er bietet ein breites Honigsortiment an und ist überzeugt, dass der Landwirtschaft mit der Wanderimkerei am besten gedient wird. Man ist damit flexibel und kann im richtigen Moment am Idealstandort bereit sein.

Drei Denkmäler in Schupfart

In die Geschichte wurde mit drei Denkmälern eingetaucht. Die markante Motte, der unverkennbare Herrain, wurde zwischen dem 10. und 13. Jahrhundert 120 Meter hoch in einer Holzumfassung aufgeschüttet und muss ein Adelshaus getragen haben.

Heute stehen vier Linden auf der Kuppe. Die Motte ist in der Schweiz einmalig.

Glocken der Kirche sind 444 Jahre alt

Die Johann-Nepomuk-Statue an der Obermumpferstrasse ziert das Haus, welches den grossen Dorfbrand von 1800 unbeschadet überstand. In Dankbarkeit liessen die Bewohner diese hochbarocke Heiligenfigur in eine Aussennische stellen. Als Schlusspunkt wurde die Dorfkirche St. Leodegar vorgestellt.

Sie steht in neuem Glanz da, wurden doch immer wieder notwendige Reparaturen und Veränderungen vorgenommen. Erst seit 1721 hat Schupfart eine eigene Pfarrstelle, seit 1610 sind alle wichtigen Personendaten wie Taufe, Hochzeit und Tod im Pfarrarchiv aufgezeichnet. Die Glocken im Turm sind heuer 444 Jahre alt, überstanden also selbst den 30-jährigen Krieg. Die Kirche in ihrer heutigen Grösse und Ausstattung entstand massgebend um 1802/1806 im Übergang des kurzlebigen Kantons Fricktal zum Kanton Aargau 1803.