Fricktal
Biber beisst Hund: Muss man um des Menschen Freund Angst haben?

In Bad Säckingen wurde ein Hund von einem Biber gebissen. Was heisst das jetzt für die Hunde: Müssen wir nun die Tiere vor Biber schützen? Ein Fachmann klärt auf.

Nadine Böni
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Biber haben ein kräftiges Gebiss und sind Hunden im Wasser überlegen.

Biber haben ein kräftiges Gebiss und sind Hunden im Wasser überlegen.

Keystone

Eigentlich wollte ihr Hund nur ein erfrischendes Bad im Rhein nehmen, dann kam ein Biber dazu – und der Hund zog den Kürzeren, musste mit Bisswunden zum Tierarzt. Das erzählt eine Hundehalterin aus Bad Säckingen der «Badischen Zeitung». Am Rheinufer sollen nun Tafeln aufgestellt werden, die Hundehalter auf den Biber hinweisen.

Der Biber ist überlegen

Angesichts der Geschichte könnten sich auch Hundehalter auf der Schweizer Seite des Rheins Sorgen um ihre Lieblinge machen, wenn diese ein Bad im Fluss oder in einem Bach nehmen. Denn der Biber hat sich hier vielerorts langsam seinen Lebensraum zurückerobert. Etwa am Rhein in Kaiseraugst, im Sisslebach in Sisseln oder im Mühliweiher in Kaisten. Rund 200 Biber lebten heute im Aargau, schätzt Erwin Osterwalder, Mitglied der Sektion Jagd und Fischerei beim Kanton. Und: «Es gibt weiteren potenziellen Lebensraum.» Die Anzahl Biber dürfte also noch zunehmen.

Trotzdem ist für Osterwalder klar, dass «kein Grund zur Panik» bestehe. Der Angriff in Bad Säckingen sei einer von ganz wenigen bekannten Fällen. «Der Biber ist nicht grundsätzlich aggressiv», sagt Osterwalder. «Allerdings kann er bei Bedarf sein Revier verteidigen.» Das tut der Biber im Normalfall gegen Artgenossen. Das Revier eines Bibers kann bis zu drei Kilometer Flusslauf einnehmen. Dringt ein Fremder ein, wird er – auch durchaus rabiat – verscheucht. Bei einem Hund müsse allerdings mehr dahinter stecken als das blosse Betreten des Reviers, sagt Osterwalder.

Momentan ziehen die Biber in und um ihre Bauten ihre Jungtiere auf, die im Mai zur Welt kamen. «Die Biber betreuen ihre Jungen intensiv. Da spielt sicherlich der Beschützerinstinkt, wenn ein Hund ihnen zu nahe kommt», sagt Osterwalder. Kommt hinzu, dass der Biber einem Hund im Wasser überlegen sei und über ein sehr kräftiges Gebiss verfüge – kein Wunder, fällt der Nager damit doch auch Bäume. Von einer Problematik will Osterwalder trotzdem nicht sprechen. Etwas Vorsicht in bekannten Revieren von Biberfamilien würde genügen.

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