Frick
Bezirksschulklasse auf den Spuren der Römer

Bezirksschüler besichtigten in Frick eine aktuelle Römerfundstelle. Auf einer Grossparzelle, die überbaut werden soll, wurden Spuren einer Siedlungsrandnutzung und Brandgräber entdeckt.

Walter Christen
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Bezirksschüler besichtigten in Frick eine aktuelle Römerfundstelle
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David Wälchli von der Kantonsarchäologie Aargau auf der Römerfundstelle in Frick
David Wälchli bei seinen Erläuterungen

Bezirksschüler besichtigten in Frick eine aktuelle Römerfundstelle

Walter Christen

Die Römer waren in Frick: Siedlungsreste aus dem 1. bis 3. Jahrhundert deuten auf ein bewohntes Gebiet auf dem heutigen Gänsacker hin. Im Rahmen ihrer Projektwoche besuchte eine Bezirksschulklasse aus Frick die Fundstelle. David Wälchli von der Kantonsarchäologie Aargau gab den Schülerinnen und Schülern kompetent Auskunft über die bisher auf dem Areal getätigten Funde.

Unerwartet dichte Besiedlung

Seit Mitte August wird die Grossparzelle am östlichen Ausgang von Frick, wo sich eine ehemalige römische Siedlung befand, von der Kantonsarchäologie untersucht. Die Sondierung wurde durch Überbauungspläne ausgelöst, wie David Wälchli der Schulklasse erklärte. Ziel sei es, die dortige Siedlungsausdehnung und -dichte zur Zeit der Römer zu klären. Die Untersuchungen, die nun allmählich abgeschlossen werden, haben den Rand der römischen Bebauung im nördlichen Drittel der Parzelle erfasst und mit 6 Nutzungshorizonten eine unerwartet dichte Besiedlung belegt.

Die ersten 4 Nutzungshorizonte der Siedlung, die zwischen dem 1. und der ersten Hälfte des 2. Jahrhunderts datiert werden, weisen durch den Abdruck von so genannten Schwellbalken auf eine Bebauung in Holz und Lehmfachwerk hin. Wie sich herausstellte, liegen die Schwellen der Holz- und Fachwerkhäuser ab der zweiten Hälfte des 2. Jahrhunderts (5. Horizont) nicht mehr direkt auf dem Boden, sondern auf steinernen Unterlagen. Der 6. und jüngste Horizont (spätes 2./3. Jahrhundert) weist auf bedeutende Veränderungen im Areal hin, da die alte Bebauung unter einer mächtigen Aufplanierung verschwindet. Feldseitig der Bebauung sind über einer römischen Oberflächenbefestigung Hinweise auf eine Hinterhof- beziehungsweise Siedlungsrandnutzung mit Abfallentsorgung und Brandgräbern entdeckt worden.

Zeugnisse von der Vergangenheit

Archäologische Funde und Befunde sind - neben schriftlichen Quellen - die einzigen Zeugnisse, die auf das Leben der Menschen in vergangenen Zeiten hinweisen. Wenn immer möglich werden archäologische Bodendenkmäler und Stätten von früher vor Ort erhalten und geschützt. Ist dies nicht möglich, zum Beispiel wegen unvermeidlicher Bauprojekte, so muss die archäologische Fundstätte vor der Zerstörung wissenschaftlich ausgegraben und dokumentiert werden. Oftmals ist es aber auch möglich, die gefundenen Stellen einfach wieder mit einer Erdschicht zu bedecken und so auf natürliche und sichere Weise für die Nachwelt zu bewahren.