Bezirk Laufenburg
Lob von der höchsten Aargauerin: Elisabeth Burgener besucht die Jugend- und Familienberatung

Grossratspräsidentin Elisabeth Burgener besuchte am Dienstag die Jugend- und Familienberatung im Bezirk Laufenburg. Um aus erster Hand zu erfahren, wie es gelungen ist, den Service zu zentralisieren und zu professionalisieren. Die höchste Aargauerin fand dabei lobende Worte – und regte an, andernorts Laufenburg als Vorbild zu nehmen.

Hans Christof Wagner
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Grossratspräsidentin Elisabeth Burgener (Vierte von links) besuchte die Jugend- und Familienberatung im Bezirk Laufenburg.

Grossratspräsidentin Elisabeth Burgener (Vierte von links) besuchte die Jugend- und Familienberatung im Bezirk Laufenburg.

Hans Christof Wagner

Bei ihrer Tour durch den Aargau machte Grossratspräsidentin Elisabeth Burgener (SP) aus Gipf-Oberfrick nach Möhlin ein zweites Mal im Fricktal Station. Sie liess sich im Rehmann-Museum in Laufenburg von der Arbeit der Jugend- und Familienberatung (JFB) im Bezirk Laufenburg erzählen.

Es war ein Heimspiel für die Fricktalerin, deren Wohnort Gipf-Oberfrick zu den 18 Gemeinden zählt, die im Gemeindeverband Bezirk Laufenburg zusammengeschlossen sind und auf Bezirksebene unter einem Dach in Laufenburg Jugend- und Familienberatung, Mütter- und Väterberatung, Beistandschaften und Logopädie anbieten.

Herbert Weiss, Laufenburgs Stadtammann und Gemeindeverbandspräsident, sagte in seinem Grusswort:

«Die Zentralisierung hat sich bewährt, wir sind damit gut aufgestellt.»

JFB-Stellenleiterin Sandra Wey betonte Burgener gegenüber, wie es dank der Bündelung der Dienste gelungen sei, sich zu spezialisieren und eine hohe Beratungskompetenz anzubieten.

Staatliche Eingriffe womöglich verhindern

Die Beratung habe zum Ziel, Eltern und Kinder zu stärken und zu entlasten. Ziel der niederschwelligen Angebote sei es, präventiv zu wirken, um so staatliche Eingriffe in die Familie wie Beistandschaften und womöglich den Entzug der elterlichen Sorge gar nicht erst entstehen zu lassen. Wey sagte:

«Als ich 2013 in Laufenburg anfing, waren es zum Beispiel noch doppelt so viele Beistandschaften wie jetzt.»

Man dürfe nicht «mit Kanonen auf Spatzen schiessen», warnte die Sozialpädagogin. Ziel der Angebote müssten Prävention und die Hilfe zur Selbsthilfe sein. Es gelte Zuspitzungen wie häusliche Gewalt zu vermeiden. Das Kindswohl müsse immer im Mittelpunkt stehen.

Der Gemeindeverband Laufenburg hat seinen Sitz im Zentrum Hinterer Wasen.

Der Gemeindeverband Laufenburg hat seinen Sitz im Zentrum Hinterer Wasen.

Mira Güntert (7. Februar 2018)

Einig war sich die Runde in einem zentralen Punkt: Prävention macht sich bezahlt. Könne sie doch verhindern, dass Eltern aufgrund von Problemen, Überlastungen, Erkrankungen oder Scheidungen ihr Einkommen verlieren und so auf Sozialhilfe angewiesen sind. Wey gab sich überzeugt davon, «dass es in den meisten Fällen keine behördlichen Massnahmen braucht».

Forderung nach Schluss mit dem «Flickenteppich»

Elisabeth Burgener und die mit ihr nach Laufenburg gereisten Grossrätinnen würdigten das Laufenburger Angebot als beispielhaft und wegweisend. Sonst glichen die Beratungsdienste im Aargau oft einem «Flickenteppich». Das müsse beendet werden.