Kommentar
Bezirk Laufenburg: ein klarer Linksrutsch

Die SP legt im Bezirk Laufenburg massiv zu. CVP-Mann Werner Müller verliert seinen Sitz an SP-Frau Colette Basler. Die SVP bleibt klar stärkste Kraft. Der Kommentar.

Thomas Wehrli
Thomas Wehrli
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Im Bezirk Laufenburg hat die SP 4,8 Prozent zugelegt.

Im Bezirk Laufenburg hat die SP 4,8 Prozent zugelegt.

Montage: Elia Diehl

Damit haben selbst die SP-Strategen nicht gerechnet: Die Sozialdemokraten legen im Bezirk Laufenburg, der seit Wahlgedenken eine (schwarz-)bürgerliche Hochburg ist, 4,8 Prozent zu. Das sitzt; der Linksrutsch ist perfekt – das schleckt auch das Topergebnis der SVP nicht weg. Gut, der Linksdrall ist nicht ganz so arg, wenn man die Grünen hinzunimmt – sie haben 1 Prozent verloren.

Aber dennoch: Mit 18,9 Prozent ist die SP bis auf zwei Prozent an die CVP herangekommen; die Christdemokraten, einst stolze Hausmacht im oberen Fricktal, fanden den Vorwärtsgang auch diesmal nicht. Das Getriebe klemmte. Hätte jemand vor 20, 30 Jahren ein derartiges Auge-in-Auge-Duell zwischen CVP und SP vorhergesagt – er wäre geköpft worden. Oder zumindest ausgelacht.

Verloren hat aber nicht nur die CVP, verloren hat die Mitte als Konstrukt des Ausgleichs. Die GLP konnte ihren Wähleranteil zwar knapp halten, verharrt aber auf bescheidenen 3,7 Prozent. Die BDP manövriert sich mit ihrem Minus von 2,1 Prozent in den Dunstkreis des Nicht-mehr-Wahrgenommen-Werdens.

Sehr wohl wahrgenommen hat Werner Müller, der abgewählte CVP-Mann, dass er das fünftbeste Resultat im Bezirk gemacht hat. Gereicht hat es ihm trotzdem nicht. Dies lag auch am Wahlsystem. Die Sitze werden zuerst auf kantonaler Ebene den Parteien zugeteilt und erst dann auf die Bezirke verteilt. Doppelter Pukelsheim heisst das Wahl-Ding und er soll dafür sorgen, dass kleine Parteien eine Chance haben. Das ist gut. Nur: Das System hat auch seinen Preis; es verzerrt die regionalen Ergebnisse. Denn dass die SP mit kleinerem Wähleranteil als die CVP einen Sitz mehr bekommt, ist schwierig zu erklären.

Bei der regionalen Verteilung der Sitze hält sich Plus-Minus die Waage. Positiv ist, dass Frick, das wirtschaftliche Zentrum, mit Daniel Suter wieder im Rat vertreten ist. Das Minus: Die Region «ennet» dem Kaistenberg hat nur noch einen Sitz. Ist es schlimm? On verra.