Wahlergebnisse
Bezirk Laufenburg: CVP verliert einen Sitz an die SP

Die SP legt im Bezirk Laufenburg massiv zu. CVP-Mann Werner Müller verliert seinen Sitz an SP-Frau Colette Basler. Die SVP bleibt klar stärkste Kraft.

Thomas Wehrli
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Montage: Elia Diehl

Die SP ist die grosse Wahlsiegerin im Bezirk Laufenburg: Sie steigerte ihren Stimmenanteil um satte 4,8 Prozent und kommt neu auf 18,9 Prozent. Damit holte sie sich erstmals in ihrer Geschichte einen zweiten Grossratssitz im oberen Fricktal. Dies auf Kosten der CVP; Werner Müller wurde trotz guten 2105 Stimmen nicht wiedergewählt.

Gross ist die Freude denn auch bei den Sozialdemokraten. «Der zweite Sitz ist das Chriesi auf der Wahltorte», freut sich SP-Bezirkspräsident Rolf Schmid. Er habe mit einer Steigerung um ein bis zwei Prozentpunkte gerechnet, «aber ein Plus von 4,8 Prozent ist ein Rekordwert.» Schmid sieht drei Gründe für das gute Abschneiden.

Erstens eine starke Liste. Zweitens habe man von der derzeit grassierenden Abbaupolemik der Bürgerlichen im Bildungs- und Sozialbereich profitiert. Drittens «haben wir viel Zeit in den Wahlkampf investiert». So dürfte es sich für die Sozialdemokraten ausbezahlt haben, dass sie gezielt auf Unentschlossene und potenzielle Wechselwähler zugegangen sind. «Wir haben Leute auch telefonisch kontaktiert, um sie von unserer Liste zu überzeugen.»

Bezirk Laufenburg, Grossratswahlen: Gewählt und Abgewählt (2016) SVP: Christoph Riner, Zeihen (bisher)
8 Bilder
SVP: Tanja Suter, Gipf-Oberfrick (bisher)
FDP: Daniel Suter, Frick
SP: Elisabeth Burgener Brogli, Gipf-Oberfrick (bisher)
SP: Colette Basler, Zeihen
CVP: Martin Steinacher-Eckert, Gansingen (bisher)
Grüne: Gertrud Häseli, Wittnau
Abgewählt: CVP: Werner Müller, Wittnau

Bezirk Laufenburg, Grossratswahlen: Gewählt und Abgewählt (2016) SVP: Christoph Riner, Zeihen (bisher)

Zur Verfügung gestellt

Opfer des Wahlsystems?

Die grosse Verliererin des Tages im Bezirk Laufenburg ist, einmal mehr, die CVP. Vor vier Jahren sackte der Wähleranteil der im oberen Fricktal traditionell starken Christdemokraten um satte vier Prozent auf den – dannzumal – historischen Tiefstwert von 21,9 Prozent ab. Diesmal betrug der Stimmenverlust zwar «nur» ein Prozent; da die CVP kantonsweit aber zwei Sitze verloren hat und die Sitze über ein komplexes System, den doppelten Pukelsheim, zuerst auf den Kanton und erst dann auf die Bezirke verteilt wird, konnte die CVP ihren zweiten Sitz nicht halten.

Entsprechend enttäuscht ist der abgewählte Werner Müller. «Ich habe persönlich viele Stimmen gemacht und die CVP lag im Bezirk auch zwei Prozent vor der SP. Dass es dennoch nicht für den zweiten Sitz reichte, liegt am System.» Dieses habe die CVP diesmal benachteiligt. Er selber werde sich nun Zeit nehmen, um das Resultat zu analysieren und zu entscheiden, wie er politisch weitermachen werde.

Bezirksparteipräsident Martin Steinacher findet ebenfalls, dass die CVP diesmal die Leidtragenden des Sitzzuteilungssystems sind. «Wir haben zwei Prozent mehr Stimmen gemacht als die SP und bekommen dennoch einen Sitz weniger – das versteht der Bürger nicht.» Man habe innerhalb der CVP gewusst, dass eine Trendwende in diesem Jahr weder im Bezirk noch im Kanton bereits möglich sei. Ziel sei es gewesen, den Wähleranteil zu halten «und das ist uns plus-minus gelungen». Dass er selber mit 2572 Stimmen das drittbeste Resultat aller Kandidaten im Bezirk gemacht hat, «freut mich natürlich sehr und ist für mich Motivation».

Was Steinacher zusätzlich Sorgen bereitet, ist die Polbildung, die sich weiter akzentuiert hat. Denn zugelegt haben neben der SP auch die SVP (+0,1%) – Grossrat und Bezirksparteipräsident Christoph Riner ist mit dem Ergebnis sehr zufrieden – und die FDP (+0,4%). Die Mitte dagegen geht im oberen Fricktal geschwächt aus den Wahlen; neben CVP verlieren auch BDP (-2,1%) und die GLP (-0,1%). Ebenfalls zu den Verlieren gehören die Grünen. Dennoch konnte Gertrud Häseli ihren Sitz halten. Hörbar erleichtert ist sie am Telefon. «Ich freue mich riesig. Als feststand, dass wir im Bezirk ein Prozent verlieren, war ich mir nicht sicher, dass ich den Sitz halten kann.»

Suter 300 Stimmen vor Weber

Spannend war der Zweikampf bei der FDP. Sie musste den abtretenden Adrian Ackermann ersetzen und wartete mit einer starken Liste auf. Es kam zum erwarteten Zweikampf zwischen den beiden Gemeindeammännern Daniel Suter aus Frick und Peter Weber aus Mettauertal. Suter setzte sich schliesslich mit 1508 Stimmen und damit knapp 300 Stimmen Vorsprung doch recht deutlich durch.

«Ein Grund war sicher die grössere Hausmacht», analysiert Peter Weber. Die Enttäuschung über die Nicht-Wahl hält sich bei ihm in Grenzen. «Ich hätte das Amt gerne ausgeübt, aber ich freue mich auch für Daniel Suter, dass er gewählt wurde.»

Gross ist die Freude natürlich beim frischgewählten Daniel Suter. «Es ist ein schönes Gefühl, dass mir so viele Fricktaler ihr Vertrauen schenken.» Er will in Aarau insbesondere auch die Sicht der Gemeinden einbringen. «Mit meinen 15 Jahren als Gemeinderat möchte ich in Aarau aufzeigen, welche Auswirkungen Entscheide auf die Gemeinden und die Bevölkerung haben.»