Betretverbot
Geschützte Krebse in den Fricktaler Bächen bis jetzt von Krebspest verschont -Sperrgebiet an der Sissle bleibt aber weiterhin bestehen

Nach dem Ausbruch der Krebspest in der Sissle im April hat die Sektion Jagd und Fischerei vergangene Woche eine erste Bestandeskontrolle in den Bächen im Einzugsgebiet der Sissle durchgeführt. Auch wenn das Auffinden der Krebse im Moment noch schwierig ist, konnten die teilnehmenden Fischerinnen und Fischer in ihren Bächen einheimische Flusskrebse finden.

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Der Krebsbestand ist gefährdet. (Archivbild)

Der Krebsbestand ist gefährdet. (Archivbild)

AZ

Nachdem lokale Fischer im April 2021 tote Krebse in der Sissle gefunden haben, hat der Veterinärdienst des Kantons in Zusammenarbeit mit der Sektion Jagd und Fischerei ein Sperrgebiet in der Sissle eingerichtet. Seit dem 4. Mai 2021 darf die Sissle ab der Gemeindegrenze Hornussen/Bözen bis an die Mündung in den Rhein nicht betreten werden.

Bei einer eine ersten Bestandeskontrolle hat sich gezeigt, dass die wertvollen Bestände von einheimischen Dohlenkrebsen in den Seitenbächen und im Oberlauf der Sissle bis jetzt vor der Krankheit verschont geblieben sind.

Aktivität der Krebse beginnt erst

Die aktive Phase der einheimischen Dohlenkrebse beginnt aber erst in den kommenden Wochen mit der Häutung der männlichen Tiere und erreicht dann einen Höhepunkt mit der Paarungszeit im Herbst. So war der Zeitpunkt für eine Suche nach aktiven Krebsen nicht optimal, zumal auch der Wasserstand der Bäche noch aussergewöhnlich hoch war. Trotzdem war es nötig, jetzt schon eine Kartierung durchzuführen, um die Ausbreitung der Krebspest zu überwachen.

Dass trotz den Umständen in mehreren Gewässern Krebse gefunden wurden, stimmt die Sektion Jagd und Fischerei zuversichtlich: Die Krebspest hat noch nicht auf die Seitengewässer übergegriffen. Ein toter Krebs aus einem Bach wurde untersucht, die Krebspest konnte bei diesem Exemplar nicht nachgewiesen werden.

Auf der Suche nach den Krebsen. (Archivbild)

Auf der Suche nach den Krebsen. (Archivbild)

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Forschung über die Krebspest

Für das Zentrum für Fisch- und Wildtiermedizin (FIWI) der Universität Bern, das zurzeit ein schweizweites Projekt über die bessere Charakterisierung des Erregers der Krebspest durchführt, bietet der Ausbruch in der Sissle eine Gelegenheit, die Ausbreitung und den Verlauf der Krebspest im Fricktal nun genauer zu untersuchen.

So haben zwei Mitarbeiter des FIWIs die Suchaktion ebenfalls begleitet. Ergebnisse aus den nun kommenden Untersuchungen sollen helfen, die diagnostischen Methoden zum Nachweis des Erregers bei Krebsen zu verbessern und das Auftreten der Erkrankung frühzeitig zu erkennen.

Das Wissen über die Krebspest und über ihre Verbreitung soll in Zukunft zum Verständnis von Verbreitungsszenarien beitragen und helfen, Vorhersagen über Ausbrüche und deren Folgen zu machen sowie wirksame Schutzmassnahmen zu etablieren.

Betretverbot gilt weiterhin

Aufgrund der erst Ende April diagnostizierten Krebspest im Gewässer ist derzeit noch von einer hohen Sporendichte des Krebspesterregers im Wasser der Sissle auszugehen. Das Risiko einer Verschleppung von Sporen in andere Gewässer ist somit als hoch einzustufen.

Ein Betreten der Gewässersohle stellt zum jetzigen Zeitpunkt ein nicht verantwortbares Ansteckungsrisiko für die bereits schweizweit stark gefährdeten, einheimischen Krebsarten dar. Das Sperrgebiet an der Sissle bleibt also weiterhin bestehen. Es dürfen auch keine lebenden Krebse in dieses Gebiet gebracht oder entfernt werden. Es werden ebenfalls keine Ausnahmebewilligungen zum Betreten des Sperrgebietes bewilligt.

Die Fischereifachstelle ruft Hundehalterinnen und -halter sowie Reiterinnen und Reiter zudem dazu auf, ihre Tiere nicht in die Sissle zu lassen, damit sie den Erreger nicht in andere Gewässer weiterverschleppen.

Es wird gebeten, Beobachungen von toten oder lebenden Krebsen der Sektion Jagd und Fischerei der Abteilung Wald zu melden: Telefon 062 835 28 50, E-Mail jagd_fischerei@ag.ch (has)