«Da muss man wirklich herzhaft dahinter.» Der Mann, der das sagte, muss es wissen, hat er doch selber einen Oldtimer-Traktor dem Rost entrissen und wieder hergerichtet, so dass ihm – dem Traktor – das Alter nicht anzusehen ist. Das Gefährt, mit einem Blumenstrauss dekoriert, erntete denn auch bewundernde Blicke. Und überhaupt: Das Strahlen in den Augen vieler Besucher des Oldtimer-Traktorentreffens auf dem Gelände der Kuoni Landtechnik AG in Oberhof trug vielleicht auch zur guten Stimmung bei.

Es herrschte Hochbetrieb sowohl unter freiem Himmel als auch in der Halle, wo sich die Festwirtschaft befand. Hinter dem Anlass steckte der Feuerwehrverein Oberhof-Wölflinswil, der selber zum Löschen präsent war, jedoch mehr zum Durstlöschen mittels einer im Einsatzfahrzeug integrierten Bierschwemme. Das Oldtimer-Traktorentreffen fand zum ersten Mal in Oberhof statt, «wahrscheinlich bleibt es einmalig», meinte Alois Kuoni, der das Gelände zur Verfügung stellte. Aber wer weiss: Das Interesse an dem Anlass war derart gross, dass der Eine und Andere schon an eine zweite Auflage dachte. Bis Mittag waren 160 Fahrzeuge angereist, «wir rechnen mit 180», sagte Kuoni. Es gab also viel zu bestaunen.

Jeder Oldtimer-Traktor hat seine eigene Geschichte. Könnten sie reden, wäre wahrscheinlich viel über Herzblut und Schweiss zu hören. Denn die Liebhaber alter Traktoren verbringen unzählige Stunden in ihren Werkstätten mit Schrauben, Entrosten, Reinigen, Reparieren, Austauschen, Ersetzen, Polieren, Spritzen und wieder Zusammenbauen. «Der Traktor muss wieder wie neu aussehen», erklärte ein Herr.

Und laufen muss er auch

Und laufen muss der Traktor natürlich auch. Das heisst, dass die Besitzer der Raritäten auf vier Rädern über viel technisches Wissen verfügen müssen. Sonst wäre es unmöglich, zum Beispiel einen Massey Ferguson mit 155 PS mobil zu halten. Gut, bei dem Gefährt ist der V8-Motor noch im Rohbau, aber das wird schon. Oder ein Raupentraktor der Marke Cletrac, Jahrgang 1935, aus Asp: auch dieser ein Hingucker. Angesichts der vielen polierten Schönheiten gab es ebenso viel zu fachsimpeln. Beim Corso am Nachmittag durch die Dorfstrassen von Oberhof und Wölflinswil gingen die Gespräche zwischen den Kennern jedoch fast unter. Oldtimer-Traktoren sind alles andere als geräuschlos.

Die achte Ausgabe der Natur- und Kulturwoche (Na-Ku) dauerte von Ende Mai bis Pfingstsonntag. Den Abschluss bildete ein Gottesdienst mit dem Kirchenchor und einem von den Landfrauen gereichten Apéro am Sonntag. Die Na-Ku bestand aus einer Ausstellung mit Foto-Porträts von Bauernfamilien aus Wölflinswil und Oberhof, Exkursionen, Kursen und Vorträgen, aus Themenwanderung, Hofbesichtigung, Stubete und Film, auch Sport und Gastronomie bildeten Pfeiler. Die Veranstalter wollten der Bevölkerung spannende Einblicke in die Landwirtschaft geben. Anspruch erfüllt.