Möhlin/Rheinfelden
Besteht die Testplanung den Härtetest vor dem Souverän?

Rheinfelden und Möhlin wollen das Areal beim Bahnhof Möhlin beplanen. Die Parteien reagieren positiv.

Thomas Wehrli
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Die beiden Gemeinden wollen klären wie das 12,5 Hektaren grosse Grenzgebiet entwickelt werden soll.

Die beiden Gemeinden wollen klären wie das 12,5 Hektaren grosse Grenzgebiet entwickelt werden soll.

zvg

Es waren markige Worte: Von einer «epochalen Chance» sprach der Möhliner ­Gemeindeammann Fredy Böni jüngst, von einem selten wichtigen Geschäft sein Rheinfelder Amtskollege Franco Mazzi.

Gemeint ist die Testplanung, mit der die beiden Gemeinden klären wollen, wie das 12,5 Hektaren grosse Areal im Grenzgebiet der beiden Gemeinden in den nächsten 25 bis 30 Jahren entwickelt werden soll. Die Mittelschule ist hier, beim Bahnhof Möhlin, ebenso angedacht (so die beiden Gemeinden den Zuschlag kommen) wie neue Wohnquartiere und Arbeitsplätze. Am 3.September entscheidet der Souverän der beiden Gemeinden über den Kredit für die Testplanung.

Die ersten Rückmeldungen von Parteien zeigen: Die Testplanung wird begrüsst, gleichzeitig wird aber vor einem masslosen Wachstum gewarnt. So die SVP Rheinfelden. Die Partei unterstützt die Testplanung als Entscheidungsgrundlage. Sie sei jedoch noch kein Beschluss. Gleichzeitig hält Präsident Dimitrios Papadopoulos fest: «Die SVP ist gegenüber masslosem Wachstum generell skeptisch und lehnt eine aktive Förderung des Bevölkerungswachstums von Rheinfelden ab.»

Weitere Anforderungen von SP

Auch die SP Rheinfelden begrüsst die Testplanung als «gutes und fortschrittliches Instrument». Die Partei erwartet dabei, dass ergebnisoffen geplant wird und dass transparent, kontinuierlich und vor allem auch für Laien verständlich kommuniziert wird. «Mit der Schaffung einer Begleitplattform soll möglich werden, Anregungen einzubringen und den Prozess in Einzelschritten nachzuvollziehen», hält SP-Präsidentin und Grossrätin Claudia Rohrer fest.

Die SP glaubt nicht, dass der vorgesehene Kredit für eine gute und nachhaltige Begleitung und Kommunikation ausreicht und fordert, der Kreditrahmen zu erhöhen. Einen konkreten Betrag nennt die Partei nicht.

Dafür führt sie eine Reihe weiterer Anforderungen an die Testplanung ins Feld. So sollen Vor- und Nachteile eines Landabtauschs zwischen den beiden Gemeinden aufgezeigt, eine etappierte Umsetzung sichergestellt und auf ein geschlechtergemischtes Planungsteam geachtet werden. Zudem fordert die Partei, dass in diesem Gebiet auch gemeinnütziger Wohnraum entsteht.

Chleigrüt soll ausgezont und nicht überbaut werden

Für «nötig, und zwar baldmöglichst» halten die beiden GLP-­Ortsparteien die Testplanung. Erst dieses Prozedere biete die Grundlage, um die verschiedenen Entwicklungsmöglichkeiten gegeneinander abzuwägen und die Schritte respektive Etappen zu definieren.

Die angedachte Entwicklung hat für die GLP «mit Mass» zu erfolgen, wie die beiden Ortsparteien in einer gemeinsamen Mitteilung schreiben. Die Partei spricht sich für eine wertige Verdichtung aus, um einer Zersiedelung entgegenzuwirken.

Wie die SP fordert auch die GLP Transparenz, den Einbezug der Bevölkerung und eine «zeitnahe und offene Information» zu allen Schritten. Wichtig ist der GLP, dass im Gegenzug zur Entwicklung dieses Areals «der Perimeter des Chleigrüts ausgezont und nicht überbaut» wird.