Frick
Beste Nachwuchskonditorin schuf bereits als Kind spezielle Kreationen

Miriam Urwyler aus Frick holte den Schweizermeistertitel 2012 in der Berufskategorie Konditor-Confiseurin. Die 19-Jährige half ihrer Mutter schon als Kind dabei, spezielle Weihnachtsguezli zu formen.

Werner Hostettler
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Die 19-jährige Miriam Urwyler ist für diese kunstvolle Arbeit mit dem Schweizer-Meister-Titel ausgezeichnet worden. hot

Die 19-jährige Miriam Urwyler ist für diese kunstvolle Arbeit mit dem Schweizer-Meister-Titel ausgezeichnet worden. hot

Im Oberen Fricktal aufgewachsen und heute in Frick wohnhaft, wusste Miriam Urwyler «eigentlich lange nicht, was genau ich lernen wollte», wie sie im Gespräch mit der Aargauer Zeitung verriet und ergänzte: «Doch da war das Unternehmen Kunz in Frick und dort habe ich auch zwei Mal geschnuppert.» Was dazu führte, dass sie sich für den Beruf der Konditor-Confiseurin entschied und bei und Kunz AG, art of sweets eine Lehrstelle bekam. Rückblickend betrachtet ein absolut richtiger Entscheid, erzielte doch Miriam Urwyler bei den Lehrabschlussprüfungen das beste Resultat im Kanton Aargau.

Damit war sie als «Kantonsbeste» automatisch für die Teilnahme an den in Luzern stattgefundenen Schweizer Meisterschaften nominiert. Auch dort konnte die sympathische Frickerin als Beste ihres Fachs ausgerufen werden: In der Berufskategorie Konditorei-Confiserie holte sie mit Bravour den Schweizermeistertitel, darf sich «beste Schweizer Nachwuchskonditorin» nennen.

Während des sechsstündigen Wettkampfes hatte aber Miriam Urwyler nicht unbedingt mit diesem tollen Erfolg gerechnet, denn: «Ich hatte irgendwie dauernd das Gefühl, dass es gar nicht so meisterlich läuft.» Doch es lief und das junge Talent zeigt sich auch entsprechend glücklich: «Es ist ein tolles Gefühl, und ich geniesse es auch. Es war wohl anstrengend, aber es hat mir auch sehr viel Spass gemacht.»

Sie sei sich aber auch bewusst, dass «mit diesem Titel eine gewisse Verantwortung in Bezug auf meine berufliche Zukunft» verbunden sei. Zu ihrem recht eigenwilligen Schaustück, das sie «Dankdarbietung an die Kakaobohne» bezeichnet, stellt Miriam Urwyler fest: «Ich wollte nicht etwas allzu abstraktes kreieren, vielmehr die Wertschätzung des Rohproduktes in den Vordergrund stellen.» Inspiriert wurde sie unter anderem durch die Azteken, bei denen die Kakaopflanze seit dem 14. Jahrhundert als heilig galt und als Geschenk des Gottes Quertzalcoatl verehrt wurde.

Die frischgebackene Konditor-Confiseur-Schweizer-Meisterin konnte aber auch auf ebenso fachmännische wie kollegiale Hilfe zählen: «Unser Chef-Konditor Adrian Schneider und Berufskollegin Stefanie Bläuer begleiteten mich in der Vorbereitungsphase intensiv. Für diese wertvolle Unterstützung war ich wirklich sehr dankbar.» Natürlich seien ihre eigenen Ideen im Vordergrund gestanden: «Ich wollte ja schliesslich auch zu meiner Kreation stehen können.»

Bereits als Kind schuf sie übrigens spezielle Kreationen: «Ich half meiner Mutter, die übrigens den gleichen Beruf wie ich erlernte, Weihnachtsguetzli zu formen und zu backen.» Mit sichtlichem Stolz nahm Konditormeister Markus Kunz den Erfolg seiner jungen Mitarbeiterin zur Kenntnis: «Dieser Titel liefert mir die Bestätigung, dass sich die strenge Schulung in unserem Betrieb durchaus auszahlen kann. Mit diesem beeindruckenden beruflichen Rucksack kann Miriam in jedem guten Betrieb auch weiterhin ebenso erfolgreich ihre Frau stellen.»

Die beste Schweizer Nachwuchskonditorin hat sich noch nicht entschieden, in welche Richtung ihr beruflicher Weg führen wird, aber: «Ich habe mit noch nicht einmal 20 Jahren bereits so viel erreicht und es gefällt mir auch, also werde ich sicher nicht von meinem erlernten Beruf weg gehen.»