Nachdem die Gemeinde ihre Stellungnahme eingereicht hat, haben nun die beiden Beschwerdeführer – Walter Bender und die IG Nein zur Deponie im Wäberhölzli – bis zum 9. Februar Zeit, eine Replik auf die Stellungnahme abzugeben. Beide nutzen diese Möglichkeit, wie sie auf Anfrage bestätigen.

Walter Bender kritisiert, dass der Stadtrat in seiner Vernehmlassung zur Beschwerde nur punktuell auf die kritisierten Punkte eingeht. «Ich werde die Punkte, die der Stadtrat meines Erachtens zu wenig beachtet hat oder die ich anders beurteile, nochmals aufgreifen.» Für Bender ist es nach wie vor «ein Unding», was am 9. Dezember ablief.

Rückblick. Im Waldgebiet Wäberhölzli will die Stadt eine ehemalige Kiesgrube, die inzwischen mit Wald zugewachsen ist, abholzen, ganz auffüllen und danach wieder aufforsten. Dagegen formiert sich Widerstand – vor allem aus der «Alten Saline», einem Wohngebiet beim Wäberhölzli. Die Deponie-Gegner können gut mobilisieren und so wird die Deponie an der Gemeindeversammlung abgelehnt – vorerst. Denn rund 180 Gegner verlassen den Saal vorzeitig und das nutzt FDP-Präsident Christoph von Büren rund eine Stunde später, um einen Rückkommensantrag zu stellen. Dieser kommt durch und in der zweiten Abstimmung wird die Deponie angenommen, weil ein Grossteil der Gegner nicht mehr im Saal ist. Die Deponie-Gegner sind empört, sprechen von Komplott und Missbrauch der demokratischen Rechte. Der Stadtrat sieht es anders und ist überzeugt, dass alles richtig gelaufen sei.

Ob dies so ist, muss nun der Kanton beurteilen. Mit einem Entscheid aus Aarau ist allerdings nicht vor Ende Februar zu rechnen. Denn auf die Replik der beiden Beschwerdeführer bekommt der Stadtrat nochmals rund zwei Wochen Zeit, um Stellung zu nehmen.

In seiner Replik will Bender nochmals darlegen, dass er das Verhalten von Stadtammann Franco Mazzi – er informierte zu Beginn der Versammlung nicht über die Möglichkeit, jederzeit auf einen Entscheid zurückzukommen – für nicht akzeptabel hält.

Chancen «nicht abschätzbar»

Für Jürg Keller von der IG Wäberhölzli beinhaltet die Vernehmlassung des Stadtrates «keine Argumente, die eine Abweisung unserer Beschwerde nahelegen könnten». Er findet insbesondere die Begründung der Stadt zur Zulässigkeit eines Rückkommensantrages als «dünn». Keller ist nach wie vor überzeugt, dass das Vorgehen zwischen von Büren und dem Stadtrat abgesprochen war. Diesen Vorwurf weist der Stadtrat «entschieden zurück», sagte Stadtammann Franco Mazzi bereits im Dezember im az-Interview.

Auf die Chancen seiner Beschwerde angesprochen, meint Bender: «Das kann ich nicht abschätzen.» Sein Engagement schmälert dies nicht, denn: «Wer beim leisesten Gegenwind das Zelt abbricht, sollte es gar nicht erst aufstellen.» Stadtschreiber Roger Erdin will sich zu den beiden Beschwerden derzeit nicht äussern, da es sich um ein laufendes Verfahren handle. Die Stadt fordert vom Kanton, die beiden Beschwerden abzuweisen.