Es ist staubig, laut, dunkel, feucht und kalt. Staubig und laut, weil die beiden Arbeiter gerade daran sind, die letzten Bereiche des Stolleneingangs mit Spritzbeton und Armierungen zu sichern. 

Kilometerlang bohren sich die Gänge am Herznacher Hübstel in den Untergrund. Hier haben Bergwerksarbeiter in den Jahren 1937 bis 1967 Eisenerz abgebaut (siehe Box unten).

Das Bergwerk, als es noch in Betrieb war – dokumentiert in der Schweizer Filmwochenschau aus dem Jahr 1943.

Das Bergwerk, als es noch in Betrieb war – dokumentiert in der Schweizer Filmwochenschau aus dem Jahr 1943.

Ab dem 3. September ist der Eingangsbereich des Hauptstollens für die Öffentlichkeit begehbar. Bis zur feierlichen Eröffnung sollte es auch hell und zumindest am Boden nicht mehr so feucht sein. Kühl wird es aber bleiben – konstant 13 Grad Celsius.

Auf 80 Metern können sich die Besucher künftig in den Stollen wagen. Zu verdanken ist das dem Verein Eisen und Bergwerke, der in der Region aktiv ist. Und es sich zum Ziel gemacht hat, «die Geschichte des Eisenerzabbaus im oberen Fricktal im Zusammenhang mit der Geologie und der Landschaft bewusster zu machen», wie es auf der Vereins-Webseite heisst. Das Bergwerk sei dabei «ein bedeutendes und faszinierendes Zeitfenster der Erdgeschichte».

Stollenplan des Bergwerks Herznach: Der neu begehbare Bereich («Stollenprojekt») ist nur ein Bruchteil des einstigen unterirdischen Abbaugebiets.

Stollenplan des Bergwerks Herznach: Der neu begehbare Bereich («Stollenprojekt») ist nur ein Bruchteil des einstigen unterirdischen Abbaugebiets.

Von den ursprünglichen Wänden und Decken sehen die Besucher aus Sicherheitsgründen nicht mehr viel. Ausser an jenen Stellen, wo etwa Versteinerungen oder Inschriften freigelegt worden sind.

Über die Sargdeckel

Dort, wo der begehbare Bereich aufhört, ist kurz vor der Eröffnung noch ein grosser, matschiger Tümpel. 

Stefan Schraner, Präsident des Vereins Eisen und Bergwerke, geht trotzdem weiter. Er kennt sich aus. Mit Gummistiefeln stapft er durch das Wasser und klettert auf der anderen Seite über das Geröll.

Es ist Gestein, das sich von der Decke gelöst hat. «Sargdeckel» nennt man in der Bergmannssprache diese Gesteinsmassen, die auch mal einen Arbeiter unter sich begraben.

160 Millionen alte Fossilien

Etwas unheimlich ist es schon. Aber die Neugier siegt. Und wird belohnt: Einige Meter weiter hinten kann Stefan Schraner die Ammoniten nur so aus den Steinen schlagen – hier wimmelt es von Fossilien.

Das ist denn auch der Wunsch der Vereinsmitglieder – dass die Besucher einst noch weiter in den Stollen vordringen können und dort entdecken können, was das Jurameer vor 160 Millionen Jahren in den Sedimentsgesteinen hinterlassen hat. Der Eingang ist erst der Anfang.