Einerseits bereichert die Sonderausstellung «Phantastisches aus dem Untergrund – was der Fricktaler Boden hergibt» das kleine Museum im früheren Erzsilo mit privaten Sammlerstücken. Zwischen den Schaukästen der Dauerausstellung mit Versteinerungen und historischen Werkzeugen drängten sich die Interessierten, um den Ausführungen von Ruth Reimann zu folgen.

«Der Fricktaler Boden ist ganz reichhaltig», sagte die Leiterin der Ammoniten-Gruppe. Die Sonderausstellung trägt private Sammlungen mit Stücken aus dem oberen und unteren Fricktal zusammen. Eine Besonderheit ist die Paracomatula helvetica, eine Art Seelilie, die 1950 in Hottwil entdeckt wurde und nur im oberen Fricktal vorkommt.

Mit der Stollenbahn oder zu Fuss kamen zahlreiche Besucher zur Erzmine, wo als zweite Besonderheit zum Saisonauftakt der versteinerte Meeresboden eingeweiht wurde. Dicht drängten sich die Gäste in den Hauptstollen, um einen Blick auf die 160 Millionen Jahre alten Versteinerungen in dem Seitenstollen zu werfen. VEB-Präsident Stefan Schraner führte aus, dass sie beim Graben im sogenannten Wasserstollen schnell erkannten, dass es sich um einen wertvollen Fund von Ammoniten handelte. Schraner erzählte, dass sie den versteinerten Meeresboden mit dem Feuerwehrschlauch abgespritzt und mit Bürsten in Handarbeit gereinigt hatten.

Fahrt mit dem Bergwerkbähnli von Herznach

Fahrt mit dem Bergwerkbähnli von Herznach (4. April 2014)

Gab es einen Wirbelsturm?

«Das ist ein kleines Wunder», erklärte Geologe Peter Bitterli den Fund des Ammoniten-Friedhofs. Anhand der sauberen Oberfläche der gut erhaltenen Fossilien könne man erkennen, dass die Schalen nicht lange im Wasser gelegen hatten, sondern im Schlamm konserviert wurden, im Laufe der Zeit versteinerten und durch die darüber liegenden Gesteinsschichten vor Verwitterung geschützt überdauerten. Bitterli führte aus, wie ein Wirbelsturm vor 160 Millionen Jahren dazu beigetragen haben könnte, dass sich so viele Fossilien konzentriert an einer Stelle ansammelten. «In Europa muss man sehr weit reisen, um etwas Vergleichbares zu finden», sagte Bitterli.

Finanzielle Unterstützung bekommt der VEB von der Versicherung Mobiliar Frick. Firmenvertreter Alain Froidevaux erklärte, dass der Verein mit 50 000 Franken über fünf Jahre aus einem Budget für nachhaltige oder kulturelle Projekte gefördert werde. Zur Einweihung durchschnitten Schraner, Bitterli und Froidevaux ein rotes Band vor der Plattform und gaben den Besuchern den Blick auf den versteinerten Meeresboden frei. Viele Besucher waren sich sicher: Das Bergwerk Herznach ist um eine Sensation reicher.

Das Bergwerk Herznach steht von April bis Oktober am ersten Sonntag des Monats von 13 bis 17 Uhr offen.