Wegenstettertal
Bekämpfung der gefährlichen Ambrosia ist eine kleine Erfolgsgeschichte

Zu einer Infoveranstaltung zum Pilotprojekt «Bekämpfung invasiver Neophyten» hatte die Projektleiterin für Umweltbildung und Naturschutz, Jurapark Aargau, Anna Bühler verschiedene Gemeindevertreter eingeladen.

Ingrid Arndt
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Eva Bantelmann (rechts) erklärt, wie schädlich das Weissblütige Einjährige Berufkraut ist. ari

Eva Bantelmann (rechts) erklärt, wie schädlich das Weissblütige Einjährige Berufkraut ist. ari

Als Neophyten bezeichnet man gebietsfremde Pflanzen, die erst seit der Entdeckung Amerikas (1492) bei uns vorkommen. In der Schweizer Natur gibt es annähernd 500, aber nur 45 davon zählen zu den invasiven Neophyten.

Diese jedoch können Schäden anrichten, sie breiten sich stark aus und verdrängen einheimische Pflanzen. Manche sind gefährlich für die Gesundheit des Menschen, andere destabilisieren Bachufer oder schädigen Gebäude.

Die Informationsveranstaltung hatte das Ziel, aufzuzeigen, wie diese Pflanzen eingeschleppt und verbreitet werden, wie genau man sie erkennen kann und wie sie konkret bekämpft werden können, um den Schaden zu begrenzen.

In ihrem Vortrag referierte Eva Bantelmann, von der Koordinationsstelle Neobiota des Amtes für Verbraucherschutz des Kantons Aargau, ausführlich über das Projekt, das 2009 begann und nunmehr nach einer Kostenabschätzung vor der wichtigen politischen Entscheidung steht.

Acht invasive Neophyten haben im Kanton Priorität bei der Bekämpfung: Asiatischer Staudenknöterich, Aufrechte Ambrosie, Drüsiges Springkraut, Einjähriges Berufkraut, Nordamerikanische Goldrute, Schmalblättriges Greiskraut, Sommerflieder sowie die einheimische, dennoch invasive Acker-Kratzdistel.

Dabei ist die Bekämpfung der gesundheitsgefährlichen Ambrosia eine kleine Erfolgsgeschichte: Gab es 2006 noch 861 Standorte im Aargau, sind es jetzt nur noch 65. Eva Bantelmann betonte, dass man die Biologie und die Pflanzen selbst ganz genau kennen müsse, um sie auch nachhaltig bekämpfen zu können.

Derzeit nehmen 35 Gemeinden im Kanton am Projekt teil, seit 2012 auch die fünf im Wegenstettertal. Nach den Informations- und Ausbildungsveranstaltungen werden Kartierungen der Standorte der invasiven Neophyten in den einzelnen Gemeinden erstellt, um darauf aufbauend einen Aktionsplan zur gezielten Bekämpfung zu erarbeiten.

Die jeweiligen Standorte müssen danach immer wieder neu kontrolliert werden, da diese Gewächse sehr hartnäckig sind. Naturschutzgebiete, Wälder und Gewässer sind besonders gefährdet.

Bei einem Rundgang durch Zeiningen erläuterten Michael Ryf, Agrofutura AG, Anna Bühler und Eva Bantelmann vor Ort und am konkreten Objekt die Spezifika der «Übeltäter», machten Übungen der Kartierung und wiesen noch einmal umfassend auf die Problematik hin, was bei der Bekämpfung ganz besonders zu beachten sei.

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