Stein
Beim Zollhaus stören sich die Projekt-Gegner an dem neuen, modernen Anbau

Nach der Gmeind geht die Debatte um die Sanierung des alten Zollhauses weiter

Nadine Böni
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Sanieren oder nicht? Diese Frage zum alten Zollhaus werden sich die Steiner Stimmbürgerinnen und Stimmbürger wohl demnächst erneut stellen müssen. dka/Archiv

Sanieren oder nicht? Diese Frage zum alten Zollhaus werden sich die Steiner Stimmbürgerinnen und Stimmbürger wohl demnächst erneut stellen müssen. dka/Archiv

Der Gemeinde Stein steht wohl ein intensiver Abstimmungskampf bevor. Das Thema: die Sanierung des alten Zollhauses. Denkbar knapp war das Millionen-Geschäft an der Gemeindeversammlung Anfang Dezember abgelehnt worden – gerade mal eine Stimme fehlte den Befürwortern.

Diese Woche haben sie das Referendum ergriffen (die az berichtete). Bis im Januar möchten sie die nötigen Unterschriften sammeln und somit eine Entscheidung an der Urne erwirken.

Das wiederum ruft nun die Gegner auf den Plan, allen voran die SVP-Ortspartei mit Vizepräsident Kurt Hofmann. Als «Pièce de Résistance» erweist sich dabei der geplante Anbau: «Ich bin klar für die Sanierung des Zollhauses und die Sanierung rund um den Brückenkopf», sagt Hofmann und betont im selben Atemzug: «Den geplanten modernen Anbau aber kann ich nicht unterstützen.» Dabei stören ihn einerseits die Optik – «der Gemeinderat sagte an der Versammlung ja, man könne ihn schön finden oder eben nicht» – und andererseits die Kosten.

«Brauchen den Anbau nicht»

Einen Kredit über 1,2 Millionen Franken hatte der Gemeinderat an der Versammlung beantragt. Darin eingerechnet der Anbau eines Mehrzweckraums mit 70 Quadratmetern Fläche an der Nordostseite des Gebäudes. Für eine Sanierung ohne Anbau gibt es gemäss Gemeindeammann Hansueli Bühler keinen genauen Voranschlag. Aber: «Die grobe Kostenschätzung geht von einer Differenz zwischen 300 000 und 400 000 Franken aus.»

Es sei «nicht sinnvoll, so viel Geld auszugeben für einen Raum, der nicht wirklich gebraucht wird», sagt Hofmann und verweist auf den Saalbau. «Hier gibt es genügend Platz und Möglichkeiten für kulturelle Anlässe.» Eine Sanierung ohne Anbau hingegen fände Hofmanns Unterstützung.

Für Bühler ist hingegen klar: Wenn schon Geld in das Gebäude und seine Umgebung gesteckt wird, soll «etwas Richtiges» entstehen. «Es geht nicht nur darum, das Gebäude zu erhalten und zu verschönern, sondern auch darum, das Gebiet um den alten Zoll zu beleben.»

Früher habe es hier Läden mit Publikumsverkehr gegeben. Das soll das Kulturhaus zurückbringen – mit einem Anbau: «Die Arbeitsgruppe ist zum Schluss gekommen, dass es diesen grösseren Raum braucht, etwa für Vorlesungen und Konzerte, die in den kleineren Räumen des Hauses nicht durchführbar sind», sagt Bühler.

Neue Diskussion starten

Für Kurt Hofmann geht es jetzt darum, gegen das Referendum «mobil zu machen», wie er sagt. Er schätzt die Chancen als realistisch ein, dass die Befürworter die erforderlichen Unterschriften sammeln können. «Dann wird es darum gehen, im Abstimmungskampf noch einmal die verschiedenen Argumente aufzuzeigen.»

Ob für oder gegen einen Anbau – in einem sind sich Bühler und Hofmann einig: Ein Urnengang brächte ein breiter abgestütztes Resultat. «Daher wäre ich froh, gäbe es die Abstimmung. Auch, um noch einmal eine Diskussion darüber zu starten, was die Bevölkerung wirklich tun möchte mit dem alten Zollhaus», sagt Bühler.

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