Eiken

Beim Fricktaler Distanzritt gehts nach jeder Runde zur Tierarztkontrolle

Im Mai findet im Fricktal der zweite Fricktaler Distanzritt statt.

Im Mai findet im Fricktal der zweite Fricktaler Distanzritt statt.

Vom 24. bis 26. Mai findet der Fricktaler Distanzritt statt. Distanzreiten ist sowohl für die Reiter, wie auch die Pferde eine grosse Herausforderung – denn beim Distanzreiten kann das Pferd im Gegensatz zum Pony-Express nicht ausgetauscht werden.

1860 wurde in Amerika der Pony-Express eröffnet. Pferde transportierten die Post zwischen Missouri und San Francisco, wobei insgesamt eine Strecke von über 3000 Kilometern zurückgelegt wurde. Zu seiner Blütezeit hatte der Pony-Express 100 Reiter, 190 Relaisstationen, 400 Angestellte entlang der Strecke und im Laufe von zehn Tagen wurden rund 400 Pferde eingesetzt.

Obwohl der Pony-Express für die meisten Leute ein Begriff ist, wissen nur wenige, dass es heute eine Sportart gibt, die sich daraus entwickelt hat: Distanzreiten ist sowohl für die Reiter, wie auch die Pferde eine grosse Herausforderung – denn beim Distanzreiten kann das Pferd im Gegensatz zum Pony-Express nicht ausgetauscht werden.

Der Zoll steht im Weg

«Distanzreiten ist so quasi ein Marathon für das Pferd», sagt Renata Preiss aus Zeihen. Sie ist die OK-Präsidentin des nach 2006 zweiten Distanzrittes Fricktal, der vom 24. bis 26. Mai in der Reitanlage Haufgarten in Eiken durchgeführt wird.

«Es ist schwierig, Organisatoren für eine solche Veranstaltung zu finden, da der Aufwand sehr gross ist», sagt Preiss. Sie rechnet mit rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern – wobei in der Schweiz vor allem Reiterinnen das Distanzreiten betreiben – aus der Schweiz und hofft auch auf einige Teilnehmer aus dem Ausland.

«Da die Schweiz nicht in der EU ist, sind die Zollformalitäten ziemlich aufwendig und nicht jeder Reiter mag das auf sich nehmen.» Bekannter als in der Schweiz ist das Distanzreiten zum Beispiel in Frankreich oder in den Arabischen Emiraten, wo häufig Wettbewerbe durchgeführt werden.

Tempo wichtiger als Zeit

Gestartet wird in verschiedenen Kategorien. Anfänger beginnen mit der 35-Kilometer-Runde (EVG 1), wo es nicht um die schnellste Zeit, sondern um das richtige Tempo geht. Die Reiter dürfen nicht schneller als 13 Kilometer pro Stunde unterwegs sein.

«Wer zu schnell war, wird disqualifiziert. Die Pferde sollen nicht überfordert werden. Junge Pferde müssen langsam an die Sportart herangeführt werden», sagt Preiss. Die weiteren Kategorien sind EVG 2 (40 bis 59 km), EVG 3 (60 bis 79 km) und EVG 4 (80 bis 90 km). Ab der Kategorie EVG 4 gehe es nur noch um die Geschwindigkeit und der Schnellste habe gewonnen, erklärt Preiss.

Um überhaupt in einer solch hohen Kategorie starten zu können, muss man alle vorherigen Stufen bestanden haben. Denn es geht noch weiter. Die nächsten Kategorien sind CEN* (80 bis 119 km) und CEN** (120 km und mehr).

«Auf internationaler Stufe werden auch noch 160 Kilometer geritten, aber das bieten wir in Eiken nicht an», sagt Preiss. Grundsätzlich könne man mit jeder Pferderasse bei einem Distanzritt an den Start gehen, aber in den obersten Stufen seien fast nur noch Araber-Pferde zu sehen, da diese über grosse Ausdauer verfügen.

Pausen für Verpflegung

Geritten werden die langen Strecken in einer 35-Kilometer-Schlaufe, über Eiken, Gipf-Oberfrick und Wittnau und in einer 25-Kilometer-Schlaufe, Richtung Sisseln.

«Nach jeder Runde kommen die Reiter in den Haufgarten zurück, wo die Pferde von einem Tierarzt kontrolliert werden und dann eine Pause haben, wo gekühlt, gegessen und getrunken wird. Während dieser Zeit wird die Zeitmessung unterbrochen.»

Auch unterwegs haben die Tiere immer wieder die Möglichkeit, sich – wenigstens kurz – zu erholen. «Jeder Reiter hat einen oder auch mehrere Betreuer dabei, die an vorher festgesetzten Streckenposten mit Futter und Wasser für das Pferd warten.»

Die Ausfallquote bei Distanzritten sei erfahrungsgemäss hoch, je längere Strecken geritten werden. «Die Tierärzte sind sehr streng. Bei der kleinsten Auffälligkeit wird das Pferd aus dem Rennen genommen, da die Tiere nicht überfordert werden dürfen und auch mit Freude dabei sein sollen», sagt Preiss.

www.swissendurance.ch

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