Sisseln

Beim D-Day-Treffen startete die Antonov durch

Rund 2800 Besucher kamen am Wochenende auf das Sisslerfeld, um die Armeefahrzeuge von über 100 Ausstellern zu bestaunen. Highlight waren die beiden Antonov. Die Flüge mit den Doppeldeckern waren restlos ausgebucht.

Rund 100 Aussteller – Privatleute und Gruppen – machten am Pfingstwochenende mit ihren historischen Armeefahrzeugen aus einem Feld im Sissler Industriequartier ein Militärquartier. Bereits am Freitag trafen die ersten Fahrzeuge ein und begann der Aufbau des Camps. Die Eröffnungsfeier gestaltete die Musikgesellschaft Eiken mit.

An den folgenden zwei Tagen stand die Besichtigung von Oldtimer-Militärfahrzeugen im Mittelpunkt. Ein Blickfang war die aufs ganze Feld verteilte Besatzung in Original-Uniformen verschiedener Nationen. Zu den Attraktionen gehörten unter anderem Laserschiessen mit einem sonst im Militärmuseum Full untergebrachten Centurion-Panzer sowie Rundflüge mit zwei Antonov.

Beliebte Doppeldecker

Letztere starteten und landeten auf dem Sissler Feld. Die Mitte der 1980er Jahre gebauten, je 1000 PS starken einmotorigen Doppeldecker, waren an beiden Tagen ausgebucht. Zwar dauerte ein Flug nur 15 Minuten, aber das Interesse, einen kleinen Teil des Fricktals von oben zu sehen, war derart gross, dass manche Flugwillige auf dem Boden bleiben mussten.

«Der Ansturm war enorm», berichtete François Quidort, Präsident des D-Day-Vereins Sisseln, «alle Flüge waren ausgebucht, leider konnten nicht alle mitfliegen». Zum Start- und Landeplatz auf dem Sissler Feld gab es einen Shuttle-Dienst. Auch der wurde rege benutzt. Dass die Antonov nach nur 300 Metern aufstiegen, löste allgemeines Erstaunen aus. «So schnell kann ich nicht abheben», lachte ein gut beleibter Mann.

Uniform trotz Hitze

Laut François Quidort wurde auf dem Ausstellungsgelände im Industriequartier am Samstagabend die 1000er-Marke an Besuchern geknackt, am Sonntag kamen weitere 1800 dazu. «Das war grandios, einfach traumhaft», fand er. Trotz der sommerlichen Hitze blieben die uniformierten Teilnehmer gelassen. Gefragt, wie sie es denn in den festen Stoffen und unter den Helmen aushalten würden, antworteten Mitglieder der Gruppe «Starfeeling»: «Wir machen das für die, die vor 73 Jahren den Kopf für uns hingehalten haben.» Und was ist mit Schwitzen? «Wir schwitzen nicht, wir sind coole Typen.»

Unter den ausgestellten Panzern, Geländewagen und Motorradseitenwagen aus dem Zweiten Weltkrieg zog ein 20 Tonnen schwerer Oshkosh, ein Sattelschlepper der US-Armee, die Blicke auf sich. Während in einer Feldbäckerei Brot gebacken wurde, kamen andernorts Minensuchgeräte aus dem Zweiten Weltkrieg auf der Suche nach unscharfen Sprengsätzen zum Einsatz. Dazwischen ertönte der Ruf einer Feldbäckerin: «Öpper no Chässchnitte?»

Am heutigen 6. Juni jährt sich der Beginn der Landung der Alliierten in der Normandie im Zweiten Weltkrieg zum 73. Mal.

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