Frick
Beim Circus Monti gibts satte Artisten dank einer engagierten Köchin

Claudia Senn suchte das Abenteuer und bewarb sich als Zirkusköchin. Diese Entscheidung hat sie nie bereut. Zusammen mit ihrer Mitköchin, Andrea von Arx, bereitet sie Frühstück, Mittagsessen und Abendessen für 30 bis 40 Mitarbeitende und Artisten vor.

Sandra Bös
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Claudia Senn bereitet das Essen für die Crew des Circus Monti vor. sbö

Claudia Senn bereitet das Essen für die Crew des Circus Monti vor. sbö

«Ich wollte einfach mal etwas Verrücktes machen! Etwas, was nicht jeder macht», freut sich Claudia Senn aus Gansingen. Seit Februar arbeitet sie nun als Zirkusköchin beim Circus Monti.

Begonnen hat alles mit einem glücklichen Zufall: «In einer Gastrozeitung bin ich auf ein Inserat des «Monti» gestossen, bei dem eine Köchin gesucht wurde. Spontan, wie ich bin, habe ich mich direkt beworben», so die 29-Jährige.

Zuvor arbeitete die gelernte Köchin vier Jahre lang im Restaurant Post in Bözen. «Ich bin gerne mal für längere Zeit von meiner gewohnten Umgebung weg und suche das Abenteuer», erklärt Claudia Senn.

Die Arbeit im Restaurant Post hatte Spass gemacht, doch es packte sie immer wieder das Fernweh.

«Also habe ich mich im November letzten Jahres beim Circus Monti beworben. Als ich per Telefon eine Zusage für den Job bekam, habe ich einen Rückzieher gemacht und abgelehnt! Sofort habe ich meine Entscheidung bereut und nochmals angerufen. Zum Glück haben sie sich darüber gefreut, genauso wie ich», so Claudia Senn lachend.

Arbeit fast rund um die Uhr

Im Februar war es dann so weit: Der erste Arbeitstag in einem Zirkus stand an. «Ich war schrecklich gespannt und aufgeregt, weil ich niemanden kannte und keine Ahnung hatte, was auf mich zukommen wird.»

Circus Monti im Fricktal

Der Circus Monti gastiert derzeit in Frick. Die Vorstellungen finden heute Dienstag um 14 Uhr, morgen Mittwoch um 15 Uhr und um 20.15 Uhr und am Donnerstag um 15 Uhr statt. Kommende Woche folgt das Gastspiel in Rheinfelden mit Vorstellungen am Dienstag, 14. Mai, um 14 Uhr und um 20.15 Uhr und am Mittwoch, 15. Mai, um 15 Uhr. (sbö)

Heute hat sich die Köchin gut eingelebt und fühlt sich im Zirkusleben pudelwohl. Zusammen mit ihrer Mitköchin, Andrea von Arx, bereitet sie das Frühstück, Mittagsessen und Abendessen für 30 bis 40 Mitarbeitende und Artisten des Zirkus vor.

Die beiden kümmern sich auch um die Einkäufe und dürfen selbst entscheiden, was sie den Leuten servieren möchten. «Wir kochen saisonal, frisch und abwechslungsreich, so ist für jeden etwas mit dabei. Zum Glück schmeckt den meisten Leuten hier im Zirkus fast alles», sagt sie.

Die Arbeit sei zwar sehr streng, mache aber riesigen Spass. Morgens stehe sie um etwa 6 Uhr auf und fange um 6.30 Uhr an zu arbeiten.

Anpacken beim Abbauen

«Mein Arbeitstag endet auch mal erst nach der letzten Vorstellung. Beim Abbauen packe ich ebenfalls mit an. Bei einem Transport in den nächsten Gastspielort hat ein Arbeitstag schon einmal 18 Stunden gedauert hat». Der Verdienst sei als Zirkusköchin nicht gerade das Gelbe vom Ei.

Sie verdiene weniger, als wenn sie zum Beispiel in einem Restaurant arbeiten würde. Doch für sie stehe der Verdienst nur an zweiter, das Erlebnis hingegen an erster Stelle. «Zum Leben brauche ich zurzeit sowieso nicht viel Geld. Hier dreht sich mein ganzer Tag fast ausschliesslich ums Arbeiten, warum und wann sollte ich also Geld ausgeben?»

Auch um eine Unterkunft muss sich Claudia Senn während ihrer Zeit im Zirkus nicht kümmern. Sie lebt in einem Gemeinschaftswohnwagen, auf gerade mal fünf Quadratmeter.

Trotz alledem bereue sie ihre Bewerbung keineswegs. Das Zirkusleben fühle sich an wie in einer Familie, ein wirklich tolles Gefühl. «Ausserdem bin ich nicht einfach nur Köchin, sondern noch für viele andere Dinge zuständig. Zum Beispiel kümmere ich mich an Vorstellungen um die Platzzuweisung, verkaufe Zuckerwatte oder helfe am Souvenirstand mit.»

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