Obermumpf
Bei Hansruedi und Zita Burkart aus Obermumpf ist gut Kirschen essen

Trotz des verrückt spielenden Wetters sind Hansruedi und Zita Burkart vom Kürzihof in Obermumpf bei guter Laune: Sie haben die am besten prämierten Kirschen und die sind in der geschützten Anlage ganz im Trockenen.

Paul Roppel
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Die prämierten Kirschen von Zita und Hansruedi Burkart vom Obermumpfer Kürzihof

Die prämierten Kirschen von Zita und Hansruedi Burkart vom Obermumpfer Kürzihof

Paul Roppel

Hansruedi und Zita Burkart wohnen abgelegen ausserhalb Obermumpf und unterhalb der Mumpfer Fluh auf dem Kürzihof. Dort hegen und pflegen sie gegen 200 Hochstammbäume und produzieren auch 5'000 Liter Süssmost.

Gar nicht rosig sieht es in diesem Jahr mit der Kirschenernte von den Hochstammbäumen aus: Das miserable Wetter, Hagel, Sturm und Vögel haben viele der begehrten süssen Früchte zerstört. Trotzdem haben die beiden gute Laune, denn ihr Trumpf sticht gut.

Hansruedi und Zita Burkart holen Goldmedaille

Vor fünf Jahren pflanzten sie oberhalb des Hofes, geradezu am idealsten Sonnenhang, 400 Kirschbäume. Über eine Erntezeit von rund drei Wochen pflücken sie nun von den gestaffelt heranreifenden sechs unterschiedlichen Kirschensorten.

Geschützt von den Wetterkapriolen präsentieren sich die prallen, süssen und leckeren Früchte unter einem Hagel- und Vogelnetz und zusätzlich behütet unter einem Regendach. Die Qualität ist vom Feinsten, denn Juroren haben die Anlage und die Früchte in der diesjährigen Ausmarchung unter 24 Teilnehmern als Sieger erkoren, nach dem zweiten Rang im letzten Jahr.

Ausgezeichnet mit Goldmedaille

Die Jury bewertete Kronenaufbau, Fruchtholz, Triebwachstum, Fruchtbehang, Fruchtgrösse und Qualität, Krankheiten, Schädlinge, Bodenpflege und Gesamteindruck der Anlage. Mit der Goldmedaille ausgezeichnet wurden: Hansruedi und Zita Burkart, Kürzihof, Obermumpf (1. Rang); Franz Freiermuth, Wölflinswil; Christof Müller, Schupfart; Paul und Ruth Müller-Villiger, Alikon; Gregor Rehmann, Kaisten; Kurt Rennhard, Leuggern; André Steinacher, Schupfart; Max Stenz Leutwil.

Qualitäts-Kirschen

«Auch nach dem letzten katastrophalen Wochenende sind Kirschen in hoher Qualität und ohne Einbussen lieferbar», betont August Schmid, Gipf-Oberfrick, Vorstandsmitglied des Verbandes Aargauer Obstproduzenten und zuständig für das Ressort Steinobst. Möglich machen es die Kirschenproduzenten, welche ihre Bäume in geschützten Anlagen bewirtschaften.

Zusammen mit René Meier, Metzerlen (SO), engagiert er sich seit neun Jahren als Jurymitglied zur Bewertung und Förderung der Kirschenproduktion in gedeckten Anlagen. «Im Fricktal gibt es etwa 20 Hektaren gedeckte Kirschbaumanlagen, welche rund 200 Tonnen Kirschen feinster Qualität liefern», resümiert der Fachmann, der sich selber als Produzent engagiert.

Kompliment von der Jury

«Produzenten mit gedeckten Anlagen müssen keine Angst haben, dass Früchte vorzeitig oder überreif geerntet werden müssen. Auch bei Regenwetter kann geliefert werden», zeigt er die Vorteile auf. Der Erfolg dank modernster Anlagen und Bewirtschaftung seien Ansporn und drücke sich in massiv gestiegener Qualität aus.

Das habe aber auch seinen Preis: Die Investitionen belaufen sich auf rund 100'000 Franken pro Hektare. 24 Produzenten, hauptsächlich aus dem Fricktaler Einzugsgebiet, liessen ihre Kirschen, Bäume, Methoden und Anlagen auch in diesem Jahr von den Juroren bewerten.

«Kompliment an alle Teilnehmer!», sagte René Meier an der Siegerehrung auf dem Hof zur Kürze in Obermumpf. «In einem so schwierigen Jahr solch schöne Ergebnisse zu erreichen, spricht für sich», doppelte er nach.

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