Im elften Jahr der Aktion «Frühlingsputz» zeigte sich einmal mehr, dass solche Initiativen nicht vergebens sind, sondern eher aufrütteln, dass Entsorgung von Produkten der Wohlstandsgesellschaft nicht einfach in der dörflichen Umgebung erfolgen darf. Fast vierzig Freiwillige kamen am Samstag zum Werkhof, um von dort auszuschwärmen und nach illegal deponierten Abfällen zu suchen. Sie wurden fündig, brachten allerlei Güsel und Wertstoffe zurück.

Verschmierte Curry-Wurst-Pappteller und Getränkedosen aller Art gehören schon zum Normalfall. Nicht hingegen Bauschutt oder Computerteile, die da einfach ins Gebüsch oder die freie Landschaft «geschossen» werden. Die Sammelnden staunten auch über Elektrokabel und viele PET-Flaschen.

Littering bleibt ein Problem

«Littering im öffentlichen Raum bleibt für uns ein Problem», bekannte Gemeinderätin Françoise Moser, in der Behörde zuständig für Umwelt, Naturschutz, Gewässer, Hallen- und Schwimmbad, Wehrdienste und Entsorgung. Am Samstagmittag zeigte sie sich beeindruckt vom Engagement der Freiwilligen, einmal mehr einen Beitrag für die Sauberkeit im Dorf zu leisten. Dies sei nicht selbstverständlich. Sie erinnerte daran, dass es vielfältige Entsorgungsmöglichkeiten gebe. «Den Mistsack einfach irgendwo hinstellen, ist nicht nur ein unglücklicher Zustand, sondern wird auch mit Bussen bestraft», machte sie an der Mittagspause deutlich. Sie plädierte für «richtig entsorgen», was heutzutage kein Problem darstelle.

Beispielhaft nannte sie auch fünf «offizielle Stationen» in der Gemeinde als Glassammelstellen. Dass daneben manch «anderer Mist» abgestellt wird, hielt sie nicht für tragbar: «Wir werden verstärkt Kontrollen durchführen lassen.»

Die Einführung der Bioklappen für grössere Wohnquartiere sowie die Grüngut-Entsorgung durch den Abfallverband GAF hielt sie für richtig. Das Material gelange in die benachbarte Biogas-Anlage in Pratteln und werde teilweise auch zu Dünger verarbeitet.

Dass sich die erste Klasse der Dorfschule in einer Gruppenarbeit mit der Abfallproblematik beschäftigte, freute Gemeinderätin Moser. «Wir werden die Plakate am Bahnhof ausstellen», erhoffte sie sich Öffentlichkeitswirkung. Es gehe darum, in der Bevölkerung ein Bewusstsein zu schaffen, dass Abfälle nichts Achtloses sind, sondern wieder verwertet werden können.