In unseren Breitengraden ist die Sportart eher unbekannt. Doch es gibt einen internationalen Verband, eine WM und ein offizielles Reglement. Letzteres sieht vor, dass mit Stiefeln der Grösse 43 geworfen wird. Die Schafthöhe beträgt rund 40 Zentimeter und und die Stiefel müssen zwischen 950 und 1050 Gramm schwer sein. In Münchwilen werden sie vom Veranstalter gestellt.

Und so sieht das aus: Eindrücke von den Gummistiefel-Weitwurf-Weltmeisterschaften 2016 im finnischen Kinnula.

Und so sieht das aus: Eindrücke von den Gummistiefel-Weitwurf-Weltmeisterschaften 2016 im finnischen Kinnula.

«Die genauen Ursprünge der Sportart sind unklar», sagt Mike Bosshard, einer der Initianten. «Man schreibt sie Seefahrern zu.» Klar ist dagegen, dass die ersten Stiefel in Skandinavien durch die Luft geschleudert wurden – und die Finnen noch heute führend sind. Bosshard verfolgt die Wettkämpfe schon länger und vor drei Jahren entstand an einem Feuerwehranlass die Idee, selber einen solchen Wettkampf durchzuführen. Nun wird sie in die Tat umgesetzt. «Wenn alles klappt, möchten wir dann nächstes Jahr eine Aargauer Meisterschaft durchführen», so Bosshard.

Gummistiefel-Weitwurf ist ein Teamsport. «Jedes der drei Teammitglieder wirft dreimal», erklärt Mike Bosshard, «anschliessend werden alle Würfe addiert.» In Münchwilen wird neben dem Siegerteam auch noch der weiteste Wurf eines Einzelnen erkoren. Der Weltrekord bei den Herren liegt derzeit bei 68,03 Metern. Solche Weiten werden in Münchwilen kaum erreicht. «Für Amateure ist es schon gut, wenn sie die Hälfte schaffen», so Bosshard.

Weltrekordhalter Antti Ruusuvirta in Aktion.

Weltrekordhalter Antti Ruusuvirta in Aktion.

Werbung haben die Organisatoren bisher vor allem in Feuerwehrkreisen gemacht. Doch eine Teilnahme steht jedermann offen. «Bislang sind es zehn Teams, wir hoffen aber, dass sich noch weitere Teilnehmer anmelden.» Möglich ist dies online (www.swww.ch) oder am Anlass selber. Ab 10 Uhr ist am 19. August die Wurfanlage mit einem zehn Meter langen Anlauf auf dem Sportplatz Münchwilen bereit. Der Wettkampf beginnt je nach Teilnehmerzahl zwischen 12 und 15 Uhr. Wer will, kann also vor dem Wettkampf noch an seiner Wurftechnik feilen. «Die Besten arbeiten mit Körperrotation», so Bosshard. (mf)