Wer sich unwohl fühlt, geht zum Arzt in die Sprechstunde und lässt sich untersuchen. Doch in einigen Fricktaler Gemeindehäusern gibt es auch Sprechstunden ganz ohne weisse Kittel und Stethoskope.

In Sisseln und Wegenstetten etwa können Bürger beim Gemeinderat vorsprechen, wenn sie etwas auf dem Herzen haben oder ihnen lokalpolitische Dinge Bauchweh machen. Und in diesem Jahr wurde die Gemeinderatssprechstunde auch in Zeihen versuchsweise eingeführt. Am kommenden Donnerstag lädt Gemeindeammann Thomas Dinkel zur vierten und letzten Sprechstunde des ersten Jahres.

Positives Fazit

«Die erste Sprechstunde machten wir ohne Voranmeldung», so Dinkel, «damals wurde ich fast mit Anliegen überrannt.» Für die folgenden drei Sprechstunden war dann eine Anmeldung nötig. «Einige Anliegen liessen sich gleich am Telefon klären», erklärt Dinkel, andere in der Sprechstunde, zu der bei Bedarf auch die Ressortchefs erscheinen. «Und dann gibt es solche, die kurzfristig gar nicht lösbar sind oder nicht in die Kompetenz der Gemeinde fallen.»

Für den Zeiher Gemeindeammann ist deshalb klar: «Die Sprechstunden finden auch im kommenden Jahr viermal statt.» Ihm und den übrigen Gemeinderäten sei der persönliche Kontakt wichtig. «Zeihen ist zwar ein kleines Dorf, aber ich kenne nicht alle Einwohner», so Dinkel, deshalb sei es wichtig, dass die Sprechstunde allen eine Anlaufstelle biete.

Lockerer im direkten Gespräch

Ähnlich sieht dies Willy Schmid, Gemeindeammann von Wegenstetten. «Wir wollen der Bevölkerung weiterhin die Plattform bieten, direkt mit den zuständigen Gemeinderäten Kontakt aufzunehmen.» Vor allem in Bauangelegenheiten werde dies genutzt. Allerdings schränkt Wegenstetten den Umfang der Sprechstunden ein. «Bislang haben wir sie monatlich angeboten, konnten jedoch in diesem Jahr nicht alle durchführen», so Schmid. Im kommenden Jahr finden die Sprechstunden deshalb nur noch alle zwei bis drei Monate statt.

Im gleichen Rhythmus steht der Sissler Gemeindeammann Rainer Schaub für Anliegen aus der Bevölkerung zur Verfügung. Alleine im Büro gesessen ist er an seinen Sprechstundeabenden noch nie. «Unkompliziert» seien die Gespräche. «Viele sind im direkten Gespräch lockerer, als wenn sie ihr Anliegen vor einer Versammlung vorbringen müssten», weiss Schaub aus Erfahrung.

In Schupfart dagegen hat man die Gemeinderatssprechstunde wieder abgeschafft. «Sie wurde kaum benutzt», so Gemeindeammann Bernhard Horlacher, «bei uns hat sich eingebürgert, dass sich die Einwohner mit ihren Anliegen auf der Verwaltung melden oder direkt den zuständigen Gemeinderat anrufen.»