Pfeilschnell donnern die Holzschlägel auf bronzelegierte Scheiben und das Fell der Trommeln ein. Parallel dazu wippt ein Fuss gleichmässig auf dem Pedal der Bass Drum und erzeugt einen tiefklingenden Rhythmus. Hinter den kesselartigen Instrumenten sitzt der Schlagzeugvirtuose Roland Hasler mit einem verschmitzten Lächeln, das erahnen lässt, dass Musikmachen seine ganze Passion ist. «Wenn ich richtig loslege, umgibt mich ein Lautstärkepegel von rund 100 Dezibel» – so laut wie ein Presslufthammer aus einem Meter Entfernung. Schwerhörig sei er aber nicht, sagt er mit einem Schmunzeln, da er immer Stöpsel in den Ohren trage.

Roland Hasler in Aktion.

Roland Hasler in Aktion.

Derzeit bereitet sich der 45-jährige Schlagzeuger mit seinem Partner Marco Schmid (30) auf eine neu konzipierte eineinhalbstündige Show vor, deren Umsetzung zwei Jahre gedauert hat. «Wir haben Ideen gesammelt, Stücke geschrieben, Musik neu arrangiert und einstudiert», erzählt Hasler. Dabei sei das Duo, das unter dem Namen «Drummarland» die Schlägel schwingt, immer wieder auf Promo gegangen, um herauszufinden, welche Stücke beim Publikum auf Anklang stossen. «Die grösste Schwierigkeit bei der Ausarbeitung der Show war die Umsetzung. Manche Ideen lassen sich technisch nicht realisieren», sagt der Schlagzeuger.

Interaktion mit den Zuschauern

Das Besondere an der Schlagzeug- und Perkussion-Show sei, dass sie die Musik mit humoristischen, interaktiven und visuellen Effekten verbände: «Wir haben in ‹Fricks Monti› hinter der Bühne ein U-förmiges Gerüst mit schwenkbaren LED-Lichtern, die die Musik farblich akzentuieren. Zudem wird auch Nebel über die Bühne wabern.»

«More Than Noise»: Der Clip zur Tour des Drummer-Duos «DrumMarLand».

«More Than Noise»: Der Clip zur Tour des Drummer-Duos «DrumMarLand».

Ebenso werden die Musiker das Publikum immer wieder in Ihre Show miteinbeziehen. So werden die Zuschauer beispielsweise aktiv aufgefordert, die Melodien gesanglich zu begleiten. Darüber hinaus kommt es zu zwei Duetten, bei denen sich die Schlagzeuger auf der Bühne duellieren: «Wir teilen das Publikum in zwei Hälften auf und geben ihnen dann einen Rhythmus vor, den sie nachklatschen oder -stampfen müssen. Nach dem Auftritt scherzen wir manchmal darüber, wer das Publikum besser animiert und damit gewonnen hat», verrät Schmid mit einem Grinsen. Dabei sei die Interaktion mit dem Publikum gerade das Spannendste an der Show, denn: «Jedes Publikum macht anders mit», weiss der Schlagzeuger.

Hämmernder Sound

Humoristisch soll es werden, wenn sich das Bühnenbild in eine Baustelle mit Blinklichtern, Absperrgittern und einer Mauer verwandelt: «Wir stehen hinter der Mauer und schlagen mit Hämmern auf diese ein» – denkt das Publikum. In Wahrheit befinden sich in der Mauer Trommeln, die den Sound machen, verrät Hasler. Weiter wolle man mit zwei Klappstühlen ein Stück spielen und in einem Restaurant mit den Händen auf den Tisch schlagen, um so einen mitnehmenden Rhythmus zu erzeugen.

Ein Element der Show ist «Hybriddrumming», bei dem das Duo eine ganze Band ersetzen könne, erklärt Hasler: «An unseren Schlagzeugen sind Zusatzteile angebracht, mit denen wir elektronische Effekte erzeugen. Dabei spielen wir mit einer Hand auf dem Schlagzeug weiter, während die andere Hand die elektronischen Gerät bedient.»

Das Ziel des Duos ist es, nicht nur Schlagzeugfans zu begeistern, sondern auch Zuhörer, die mit Schlagzeugklängen nicht viel am Hut haben: «Wir wollen unsere Schlagzeugmusik spielerisch rüberbringen, dabei unterhalten, überraschen und einfach für eine gute Stimmung sorgen», sagt Hasler.