Fricktal

Beginn der Kirschenernte: Ohne Schutzmassnahmen hätten Bauern einen Totalschaden erlitten

Anfang Juli beginnt die Haupterntezeit für Kirschen. (Symbolbild)

Der Nachtfrost im April und Mai hat einige Kirschblüten verkümmern lassen. Das anschliessend nasse und kühle Wetter verlangsamte zudem das Wachstum der Früchte. Dabei ist gerade der Kirschenverkauf stark vom Wetter abhängig.

«Burlat», «Merchant» und «Coralise» heissen die frühen Sorten, die an den rund zwei Meter hohen Spindelbäumen auf dem Widmatthof in Zeiningen bei Obst- und Gemüsebauer Roland Brogli gedeihen. «Wir haben bereits vor ungefähr einer Woche mit dem Pflücken begonnen. Die Erntezeit wird voraussichtlich bis zum 20. Juli andauern», schätzt Brogli, der zum Kirschenpflücken auf einer Fläche von einem halben Hektar zwei Erntehelfer engagiert.

Auf das stürmische Wetter und die Niederschläge der letzen Wochen kann der Landwirt getrost verzichten, denn er weiss: «Der Kirschenverkauf ist stark vom Wetter abhängig. Menschen haben besonders Lust auf die roten Früchte, wenn die Sonne scheint. Dennoch haben wir in der letzten Woche schon viele Kirschen verkaufen können.»

Schutz vor Hagel und Regen

Auf den Ernteertrag seiner Kirschen habe das stürmische und regnerische Wetter der letzen Tage jedoch kaum einen Einfluss gehabt, denn die auch auf dem Widmatthof heranreifenden Früchte sind vollständig abgedeckt: «Unsere Ernteertrag entspricht ungefähr dem des letzten Jahres», sagt Brogli. Zusätzlich halten Vogelnetze die spitzen Schnäbel des unerwünschten Gefieders von den süssen Früchten fern.

«Ohne diese Schutzmassnahmen hätten wir in dieser Saison einen Totalschaden erlitten», sagt Brogli und erinnert sich an einen Hagelschauer, der vor rund vier Wochen seitlich unter das Dach schlug und einen kleinen Teil der Kirschen zerplatzen liess. Trotzdem: «Unsere Preise bleiben auf einem relativ konstanten Niveau», sagt Brogli.

Nasses Wetter verlangsamt Wachstum der Früchte

Bei Herbert Schmid vom Erlenhof in Wittnau beginnt die Kirschenernte erst Anfang Juli: «Der Frost Ende April, Anfang Mai hat den Bäumen zugesetzt. Das anschliessend kühle und nasse Wetter hat das Wachstum der Früchte verlangsamt.

Sie sind etwas weniger weit entwickelt, als dies für die aktuelle Zeit üblich wäre», erklärt Schmid, der letztes Jahr zwischen vier und fünf Tonnen der roten Früchte an den Mann brachte und in dieser Saison zwei Erntehelfer beschäftigt. «Ich gehe davon aus, dass der Ernteertrag aus meinen 150 Bäumen geringer ausfällt, als letztes Jahr – vor allem, weil einige Blüten dem Frost zum Opfer gefallen sind», sagt Schmid.

Kompletter Bestand vernichtet

Leer bleiben die Körbe in dieser Saison bei Viktor Hossli vom Bio-Hof in Zeihen. Nachdem schon im letzten Jahr der Ernteertrag aus seinem Bestand von 40 Bäumen bescheiden ausfiel, hat die Frostnacht vom 24. auf den 25. April seine Kirschblüten eingehen lassen. «Ausser zu Petrus beten, kann ich gegen das Wetter nicht viel ausrichten», nimmt es Hossli mit Galgenhumor.

Auch für Bruno Wirth vom «Burrehof» in Olsberg ist das kalte und nasse Wetter dafür verantwortlich, dass der Ertrag um rund 30 Prozent geringer ausfällt, als im letzen Jahr. «Zum einen hatten wir leichte Frostschäden an unseren Niederstammbäumen. Zum anderen sind einige Blüten einfach nicht befruchtet worden, weil der Pollenschlauch nach der Bestäubung aufgrund der Kälte nicht bis in das Innere des Fruchtknotens hineingewachsen ist», erklärt Wirth.

Die Kirschen, die derzeit auf einer Fläche von rund zwei Hektaren gedeihen, werden durch eine Folie vor den Niederschlägen geschützt. «So kann verhindert werden, dass die Frucht zerplatzt. Deswegen haben die Niederschläge der letzten Wochen auch zu keinen grossen Schäden an meinen Kirschbäumen geführt», sagt Wirth. Trotz des geringeren Ertrages werde sich an den Preisen nichts ändern.

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Autor

Dennis Kalt

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