Fricktal
Begehrte Lagerplätze werden rarer – Pfadfinder buchen sie auf Jahre hinaus

Gruppen reservieren das Land jeweils sehr früh, damit sie über Pfingsten ihre Zelte denn auch aufschlagen können. Denn Grundeigentümer stellen nicht allzu viele Plätze zur Verfügung.

Walter Christen
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Ein Bild, das trotz geringerem Lagerplatzangebot auch am kommenden Pfingstwochenende da und dort zu sehen sein wird: Zeltaufbau der Pfadi (hier die Rheinfelder im Jahr 2013).

Ein Bild, das trotz geringerem Lagerplatzangebot auch am kommenden Pfingstwochenende da und dort zu sehen sein wird: Zeltaufbau der Pfadi (hier die Rheinfelder im Jahr 2013).

pd

Da ist mitten im Wald eine idyllische Lichtung, dort ein schattiger Platz am Ufer eines kleinen Sees. Das sind bevorzugte Lagerplätze für Jugendorganisationen, wie zum Beispiel die Pfadfinder. Nur: Plätze in der beschriebenen bevorzugten Art und Lagerplätze ganz allgemein gibt es hierzulande immer weniger.

Wie sieht es denn aus mit den Pfingstlagern, die über das kommende Wochenende durchgeführt werden? Sind zeltfreudige Pfader auf der Suche nach einer Lagerstätte fündig geworden? Gibt es doch noch Landbesitzer, die Jugendlichen Plätze für ein paar Lagertage zur Verfügung stellen?

Geeignete Lagerplätze sind gesucht

Antwort auf diese Fragen erhielt die Aargauer Zeitung von Philipp Steck, v/o Scattle, Stufenleiter bei der Pfadi Möhlin: «Bauern und andere Grundeigentümer stellen relativ wenig Plätze zur Verfügung. Daher werden geeignete Lagerorte immer seltener und dadurch auch begehrter. Wir hatten bisher immer Glück, dass wir für unsere Lager jeweils einen Ort gefunden haben. Manchmal können wir in der Region bleiben, oft reisen wir auch weiter weg. Etwa dieses Jahr, wo wir das Sommerlager vom 7. bis 18. Juli auf einem herrlichen Platz direkt am Burgäschisee durchführen können.»

Pfadfinder nehmen allgemein für ein Lager auch einen längeren Anfahrtsweg in Kauf, sind aber meistens auf den öffentlichen Verkehr angewiesen und deshalb froh über einen Bahnhof oder eine Bushaltestelle in der Nähe des Zielorts.

Die Platzgebühr variiert, beträgt aber oft mehrere hundert Franken. Wenn Wasser- und Stromanschluss zur Verfügung gestellt werden oder sich ein fester Unterstand auf dem Lagerplatz befindet, steigt der Preis zusätzlich.

«In jedem Fall ist es wichtig, dass die Lagerleitung kreativ ist, was den Aufbau eines Platzes betrifft», meinte Diego Mannhart v/o Tabasco von der Pfadi Rheinfelden auf Anfrage der Aargauer Zeitung. Ein Lager mangels zur Verfügung stehender Örtlichkeit absagen musste die Pfadi Rheinfelden, die es noch nie.

Auch er bestätigte die Situation, das heisst, Pfadfinder buchen Plätze auf Jahre hinaus, um ihre vorgesehenen Lager denn auch wirklich durchführen zu können: «Wir schauen in der Regel, dass wir rund anderthalb Jahre im Voraus einen Lagerplatz buchen können, dann sind wir auf der sicheren Seite und geraten nicht in ein Gerangel um schöne Plätze. Solche sind idealerweise flach und möglichst an einem Wald gelegen. Unser Pfingstlager findet vom 7. bis 9. Juni in Zuzgen statt, also ganz in der Nähe.»

1912 wurden in der Schweiz die ersten Pfadigruppen gegründet. 1987 fusionierten der Schweizerische Pfadfinderbund und der Bund der Schweizer Pfadfinderinnen zur Pfadibewegung Schweiz (PBS). Diese ist mit ihren rund 60 000 Mitgliedern die grösste Jugendorganisation in der Schweiz.

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