«Such Bean, such den Käfer.» Hans Döbeli hatte die Worte kaum ausgesprochen, lief Labradorhündin Bean los. Den ersten Baum liess sie schnell hinter sich, um beim nächsten intensiv zu schnüffeln. Mit hohen Sprüngen signalisierte sie ihrem Herrchen «hier ist der Käfer.» Eine innige Umarmung sowie ein «Bravo Beanli» zeigten dem Vierbeiner, dass er sehr gute Arbeit geleistet hat. Eine wichtige Arbeit im Kampf gegen den Asiatischen Laubholzbockkäfer (ALB).

In der Zivilschutzanlage Eiken, in der Bean am Donnerstagnachmittag den Käfer, beziehungsweise dessen Geruch erschnüffelt hat, kommt der Schädling glücklicherweise nicht vor. Die ALB-Duftmarken wurden bewusst an verschiedenen Bäumen gesetzt. Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) und das Bundesamt für Umwelt (Bafu) führte am Donnerstag in der Zivilschutzanlage zum ersten Mal einen ganztägigen Weiterbildungsanlass für ALB-Hunde und ihre Halter durch.

Käfer richtet grosse Schäden an

Der Laubholzbockkäfer wurde im September 2011 erstmals in der Schweiz entdeckt. Der aus Asien stammende Laubholzbockkäfer «reist» als blinder Passagier in Holzpaletten mit, die mit Steinen aus China beladen sind. Aktuelles Käfer-Fundgebiet ist Marly (FR). Der Käfer kann grosse Schäden in den Wäldern anrichten. Nadelbäume verschont er. Dafür gefährdet er nahezu alle Laubholzarten, auch gesunde Bäume. Die Bäume werden geschwächt, das Holz wird entwertet, die Bäume können absterben.

Bund und Kanton wehrten sich gegen den grossen asiatischen Käfer mit verschiedenen Massnahmen. Dazu gehören seit Kurzem auch die Ausbildung und der Einsatz von ALB-Spürhunden. Insgesamt zwölf Schweizer Hundeteams wurden in Österreich ausgebildet. Unter den Teilnehmenden auch der Aargauer Hans Döbeli.

Er ist kantonaler Reservatsaufseher, zuständig für den Klingnauer Stausee. Eine wichtige Unterstützung bei seiner täglichen Arbeit bekommt er durch die noch nicht ganz zweijährige Bean. Sie ist die einzige ALB-Spürhündin im Aargau. «Weil ich weiss, dass es für die Bekämpfung des Laubholzbockkäfers immer mehr solche ausgebildete Hunde braucht, habe ich in meiner Abteilung gefragt, ob Interesse bestünde», so Hans Döbeli.

Das Interesse bestand und so absolvierte er gemeinsam mit Bean im November 2013 die zweiwöchige Ausbildung in Österreich. Die Kosten dafür übernahmen Bund und Kanton. Hans Döbeli investiert zudem viel Freizeit für das Training mit seiner Hündin. So steht nun dem Kanton Aargau ein ausgebildetes Team zur Verfügung, um in Verdachtsfällen vor Ort Klarheit zu schaffen.

Der gestrige Tag in der Zivilschutzanlage Eiken hatte unter anderem zum Ziel, dass sichergestellt werden kann, dass die Spürhunde auf neue Schadorganismen korrekt ansprechen. Weiter ging es auch um das Trainieren des praktischen Zusammenspiels im Hundeteam sowie der systematischen Suchabläufe.

«Die Schwierigkeit bei der Suche nach dem schädlichen Käfer ist, dass es nur ganz feine Duftmoleküle sind, die der Hund erschnüffeln muss», erklärte Hans Döbeli. Bean bewies ihre feine Nase am Donnerstagnachmittag in den verschiedenen Übungen. Das lobende «Bravo Beanli», war vielfach von Hans Döbeli zu hören. Er weiss, dass seine Hündin gerne mehr für ihre Spüraufgabe gefordert wäre. Gleichzeitig ist der Hundeführer aber auch froh, wenn solche Einsätze nicht nötig sind.