Wittnau

Baustelle an der Haupstrasse «eine Zumutung» – Wittnauer fordert mehr Licht

Ein Wittnauer fordert, dass die Strassenlampen nachts durchgehend leuchten – auch, um die Sicherheit bei der Baustelle im Dorf zu erhöhen.

Ein Wittnauer fordert, dass die Strassenlampen nachts durchgehend leuchten – auch, um die Sicherheit bei der Baustelle im Dorf zu erhöhen.

Ein Einwohner moniert, dass die Baustelle an der Wittnauer Hauptstrasse im Dunkeln eine Gefahr darstellt. Er hat sich nun in einem Brief an den Gemeinderat gewandt und fordert, dass die Strassen­beleuchtung durchgehend eingeschaltet bleibt.

Urs Brogle regt sich auf. «Das ist eine absolute Zumutung», sagt der Wittnauer. Er spricht von der Baustelle an der Hauptstrasse mitten im Dorf. Seit Ende August des vergangenen Jahres werden dort unter anderem der Belag saniert und Arbeiten an den Werkleitungen durch­geführt. Der Verkehr wird mittels Ampel geregelt. Gegen die Baustelle an sich hat Brogle zwar nichts – wohl aber gegen deren Beleuchtung spätnachts. Seit rund einem Jahr sind die Strassenlampen in Wittnau jeweils zwischen 1 und 5 Uhr ausgeschaltet. «Wenn man spätnachts im Dorf unterwegs ist, sieht man rein gar nichts. Es ist finster wie in einer Kuh», sagt Brogle. Das sei ohnehin gefährlich, ja gar «grobfahrlässig» im Bereich der Baustelle. Prompt sei vor einigen Tagen ein Fussgänger bei der Baustelle gestürzt und habe sich mittelschwer verletzt.

Brogle hat sich nun in einem Brief an den Gemeinderat gewandt. Darin fordert er unter anderem, dass die Strassen­beleuchtung zumindest für die Zeit der Strassensanierung – die Arbeiten dauern voraussichtlich noch bis zum Herbst 2021 – in der Nacht durchgehend eingeschaltet bleibt. Für die Zeit danach macht er den Vorschlag, wenigstens jede zweite Strassenlampe brennen zu lassen.

Der Gemeinderat will ­Massnahmen prüfen

Gemeindeammann Andreas von Mentlen weiss vom Brief und auch vom Unfall. Seine Sicht der Dinge ist aber eine andere. So sei der Unfall ausgerechnet an jenem Wochenende passiert, an dem mehrere ­Jugendliche in einem Vandalenakt an der Baustelle die Abschrankungen und Lichter entfernt hatten (die AZ berichtete). Darin sieht von Mentlen auch die Ursache des Unfalls. «Es ist schlimm, dass es dazu kam. Aber normalerweise ist die Baustelle im Dorf gesetzeskonform gesichert und somit nicht gefährlicher als andere Baustellen. Nur: So eine Tat verändert die Situation natürlich», sagt er. Deshalb habe ihn «diese neue Qualität von Vandalismus» auch schockiert. «Die Täter nahmen damit in Kauf, dass sich jemand verletzt», so von Mentlen.

Im Allgemeinen, sagt er, stehe der Gemeinderat aber hinter dem Entscheid, die Strassenlichter spätnachts zu auszuschalten. Auf Anregung aus der Bevölkerung habe man an der Regelung ausserdem bereits eine Anpassung vorgenommen: Bei öffentlichen Anlässen im Dorf, bei denen die Verlängerung der Öffnungszeiten eingereicht wurde, wird die Strassenbeleuchtung über Nacht nicht ausgeschaltet. «Auch hinter diesem Entscheid stehen wir. Das ist eine gute Lösung», findet von Mentlen.

Zu Urs Brogles Forderungen möchte sich der Gemeinde­ammann noch nicht konkret äussern. Der Gemeinderat werde den Brief an einer der nächsten Sitzungen besprechen, sagt von Mentlen. Einen Kompromiss – nämlich die Strassenlampen bis zum Ende der Bauzeit eingeschaltet zu lassen – schliesst er aber zumindest nicht kategorisch aus.

Autor

Nadine Böni

Nadine Böni

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