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Bauschutt-Sünder drehen ihre Runden im Aargau und Baselbiet

Wieder ist in der Nordwestschweiz illegal entsorgtes Abbruchmaterial aufgetaucht. Und wieder sind Stücke einer Tapete zum Vorschein gekommen, deren Muster der Polizei bekannt vorkommt.

Backsteine, Holzstücke, Kies, Fliesen, Teile eines Kamins und sogar ein altes WC-Becken mit Spülkasten. Insgesamt fast acht Kubikmeter Bauschutt hat ein Abfallsünder Anfang dieser Woche in den Hardwald bei Kaisten gekippt. Die Regionalpolizei Oberes Fricktal hat die Ermittlungen aufgenommen und sucht Zeugen.

Mittlerweile arbeitet die Repol dabei mit den Kollegen der Polizei Basel-Landschaft zusammen, denn: Beim Abfallsünder handelt es sich wohl um einen Serientäter. Auch in den Baselbieter Gemeinden Arboldswil, Wintersingen und Sissach wurden in den letzten Tagen und Wochen mehrere Kubikmeter Bauschutt illegal deponiert. In Sissach sogar in einem Weiher in einem Naturschutzgebiet.

Gemäss den bisherigen Erkenntnissen der Polizei handelt es sich überall um das gleiche Material. Das heisst es in einer Mitteilung der Baselbieter Polizei vom Mittwoch.

Unbekannter entsorgt illegal Bauschutt

Unbekannter entsorgt illegal Bauschutt

An verschiedenen Orten in der Nordwestschweiz entsorgte jemand mehrere Kubikmeter Bauschutt. Auch im Naturschutzgebiet machte der Täter halt.

Gemeinde setzt Belohnung aus

Der Schutt stamme wohl aus einer alten Liegenschaft, sagt Markus Erni, stellvertretender Leiter der Regionalpolizei Oberes Fricktal. Darauf deuten im Schutt gefundene Materialien hin. Etwa braune Kachelofenelemente sowie Fliesen – und ein auffälliges Stück Tapete mit einem Blumenmuster in Grün-, Blau- und Brauntönen.

Die beiden Tapetenmuster aus Sissach (l.) und Kaisten (r.) sind identisch

Die beiden Tapetenmuster aus Sissach (l.) und Kaisten (r.) sind identisch

Dieselben und ähnliche Tapeten-Stücke lagen auch in Arboldswil und Sissach im Wald. Ob auch der Bauschutt, der Mitte Juli am Fusse des Sonnenbergs in Möhlin gefunden wurde, vom Serientäter stammt, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen.

Personen, die Angaben zur Tat machen können, sind weiterhin gebeten, sich bei der Polizei zu melden: Sowohl allfällige Augenzeugen der Ablagerung, als auch Personen, die alte Liegenschaften kennen, die in letzter Zeit abgerissen oder ausgehöhlt wurden. Ebenso nimmt die Polizei Angaben zur auffälligen Tapete oder verdächtigen Fahrzeugen entgegen. Bisher seien noch keine Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen, sagt Erni.

Die Bürgergemeinde Sissach hat nun Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Gleichzeitig setzt sie laut einer Mitteilung für Hinweise, die zur Ermittlung der Täterschaft führen, eine Belohnung von 500 Franken aus.

Wie wichtig genau solche Tipps aus der Bevölkerung bei illegalen Entsorgungen sein können, zeigt ein ähnlicher Fall. Im Herbst 2015 wurde in der Region Brugg ebenfalls mehrmals illegal Bauschutt entsorgt; in Waldstücken in Unterbözberg und Untersiggenthal sowie auf einem Firmengelände in Asp bei Densbüren.

Nach tagelangen Ermittlungen konnte der Täter damals gefasst werden – nachdem bei der Polizei ein entscheidender Hinweis zu einem abgebrochenen Gebäude eingegangen war. Es handelte sich beim Täter um einen Transportunternehmer aus dem Kanton Zürich.

Es droht eine hohe Busse

Die illegale Entsorgung kam den Abfallsünder teuer zu stehen: Seine Taten gab er gegenüber der Staatsanwaltschaft zu. Diese verdonnerte ihn zu einer Busse von 5000 Franken «wegen mehrfacher Übertretung des Umweltschutzgesetzes», wie Sprecherin Fiona Strebel erklärte.

Ähnliches droht auch dem Täter von Kaisten. «Kann die Polizei die Täterschaft ermitteln, verzeigt sie diese an die Staatsanwaltschaft. Sie entscheidet dann gemäss den jeweiligen Strafbestimmungen über Schuld und Strafe», sagt Bernhard Graser, Sprecher der Aargauer Kantonspolizei. Der Bauschutt wird derweil von den betroffenen Gemeinden fachgerecht entsorgt werden müssen.

Aktuelle Polizeibilder vom Juli 2017:

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