Hellikon

Baumpflanzaktion im Fledermaustal: Das wird für den Naturschutz getan

In Hellikon wurde unter anderem der Aargauer Jubiläums-Apfel gepflanzt.

In Hellikon wurde unter anderem der Aargauer Jubiläums-Apfel gepflanzt.

Auf einer Gemeindeparzelle in Hellikon entsteht ein Hochstamm-Obstgarten. Dort werden seltene und alte Kultursorten aus der Region gepflanzt. Doch das ist nicht das einzige Naturschutz-Projekt im Wegenstettertal.

In Hellikon entstand am Wochenende ein Sortengarten, ein Hochstamm-Obstgarten der besonderen Art.

Der Naturschutzverein Hellikon griff zu den Spaten: Auf der Gemeindeparzelle bei der ehemaligen ARA wurden 29 Hochstammapfel und -birnbäume mit 18 seltenen Sorten gepflanzt, darunter auch einige Bäume des dorfeigenen Helliker Totenapfels.

Elf Mitglieder des Naturschutzvereins Hellikon trotzten dem garstigen Wetter und pflanzten die Bäume der Baumschule Sindelhof innert viereinhalb Stunden. Die Löcher wurden schon zwei Wochen zuvor vorbereitet. Das Projekt des Sortengartens Hellikon kam dank dem Einsatz von Amandus Brogle zustande.

Alte Sorten aus der Region

Die Wahl der gepflanzten Sorten erfolgte nach zwei Kriterien: Zum einen wurden dank der Beratung von Gertrud Burger der Stiftung Pro Specie Rara gezielt seltene und alte Kultursorten aus der Region berücksichtigt.

Zum anderen spielt die Weiterverarbeitung der zukünftigen Ernte eine wichtige Rolle. Die Äpfel und Birnen sollen längerfristiger in der im letzten Herbst wiedereröffneten «Fledermosti» verarbeitet werden, um den Kreis zwischen ökologischem Mehrwert und hochwertiger Hochstamm-Produkte zu schliessen.

Bei der Gestaltung des zukünftigen Hochstammparadieses konnte Amandus Brogle auf die Unterstützung von Anja Trachsel, Projektleiterin für Natur und Landschaft beim Jurapark Aargau, zählen. Zwischen den Bäumen entstehen verschiedene Asthaufen und Kleinstrukturen.

Der fachgerechte Baumschnitt und die fledermausfreundliche Bewirtschaftung der Wiese – zum Beispiel durch gestaffelte Mahd – sollen künftig durch eine Bewirtschaftungsvereinbarung geregelt werden.

Unterstützt wird der Sortengarten Hellikon von der Sektion Jagd und Fischerei, vom Jurapark Aargau und von der Gemeinde Hellikon, welche die Parzelle zur Verfügung stellt sowie einen Beitrag für die Unterhaltskosten leistet.

Seltene Fledermäuse im Tal

Die Baumpflanzaktion steht im Kontext weiterer Aufwertungen im Wegenstettertal: Unter dem Jurapark-Projekt «Wir fördern Fledermäuse im Wegenstettertal» wird eine gemeinde- und zuständigkeitsübergreifende Zusammenarbeit angestrebt, um die seltenen Fledermäuse im Tal langfristig zu erhalten.

Besondere Anstrengungen werden für die vom Aussterben bedrohte Grosse Hufeisennase unternommen. Während der Sommermonate finden sich die Weibchen im Dachstock der alten Trotte in Wegenstetten zu einer von gesamtschweizerisch drei Kolonien zusammen.

Für die Aufzucht ihrer Jungen sind die Weibchen auf Insekten angewiesen, die sie ausschliesslich in Hochstammgärten, Dauerwiesen und -weiden finden. Nur durch den Erhalt dieser Landschaftselemente und die Sicherung der einzigartigen Wochenstube im Dachstock kann das Überleben gewährleistet werden.

Pro Natura Aargau engagiert sich zusammen mit der Stiftung Ferien im Baudenkmal dafür, dass das «Trottehuus» erhalten bleibt und fledermausfreundlich saniert wird. Zudem ist wichtig, dass die Umgebung den Ansprüchen der seltenen Fledermäuse entspricht.

Neben Massnahmen in der Landwirtschaft bestehe grosses Potenzial zur Lebensraumaufwertung auch im Siedlungsgebiet, an Siedlungsrändern, entlang der Bäche und Strassen und im Wald, heisst es in einer Mitteilung des Juraparks.

Wer sich ebenfalls für die Fledermäuse im Wegenstettertal einsetzen möchte oder sogar ein konkretes Projekt im Hinterkopf hat, könne sich auf der Geschäftsstelle des Jurapark Aargau melden. Weitere Informationen zur Fledermausförderung finden sich unter www.fledermaustal.ch. (AZ)

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