Im Rahmen seiner E-Government-Strategie möchte der Kanton den gesamten Baubewilligungsprozess vom Antragssteller über die Gemeinde bis zum Kanton in Zukunft elektronisch abwickeln. Möhlin ist dabei eine von drei Pilotgemeinden.

«Vor über drei Jahren zeigte eine Umfrage unter den Gemeinden, dass das Bedürfnis für das elektronische Baubewilligungsverfahren vorhanden ist», sagt Fabian Müller, Leiter Baubewilligungen in Möhlin. Anschliessend konnten sich Gemeinden, die bislang ohne Bauverwaltungssoftware arbeiteten, als Pilotgemeinden melden. «Das haben wir getan», so Müller. Seit September 2014 entwickelte ein Projektteam mit Vertretern des Kantons sowie Fachpersonen der drei Bauverwaltungen Möhlin, Aarburg und Surbtal die elektronische Baubewilligungslösung eBau Aargau.

Mehr Transparenz

Ab heute ist es nun möglich, am Online-Schalter auf der Website der Gemeinde das Baugesuch online einzureichen. Auch Pläne und allfällige erforderliche Nachweise können elektronisch erfasst werden. Einen Zwang dazu gibt es nicht. Die Gesuche können weiterhin auch auf dem konventionellen Papierweg eingereicht werden.

Fabian Müller hofft allerdings, dass viele Bauherren und Architekten künftig das elektronische Angebot nutzen. «Sobald das Gesuch eingereicht ist, ist es für uns auf dem Online-Portal sichtbar», so Müller, «die Zeitspanne, die der Postversand braucht, entfällt.» Da auch die gesamte Kommunikation zwischen Gesuchsteller, Gemeinde und Kanton – mit Ausnahme von fristauslösenden Verfügungen oder fristgebundenen Eingaben – digital erfolge, könne dies im gesamten Bewilligungsprozess durchaus Zeit sparen, so Müller.

Zudem nennt er weitere Vorteile: Die Bauverwaltung könne künftig das Gesuch mit eBau Aargau verwalten und die notwendigen Arbeitsschritte auslösen oder durchführen. Und: «Es herrscht mehr Transparenz. Der Gesuchsteller weiss immer, wo sein Gesuch gerade behandelt wird.» Der Kanton fügt in seinem Fact Sheet zu eBau Aargau überdies noch den geringen Platzbedarf für Archive in den Gemeinden an. Gespeichert werden die Gesuchsunterlagen künftig auf kantonalen Servern. Die kantonalen Instanzen haben aber nur Einblick in die Unterlagen, wenn sie – etwa für Stellungnahmen – aktiv freigegeben werden. Im Laufe des kommenden Jahres werden dann weitere Gemeinden ans System angeschlossen, die noch nicht mit einer Software arbeiten.

Auflage in Papierform

Was die öffentliche Auflage betrifft, gibt es in Möhlin vorderhand keine Änderung. «Wir haben entschieden, dass wir die Gesuche ausdrucken und in Papierform auflegen», so Müller. Dies gelte sicherlich für eine Übergangsphase. Technisch wäre es auch möglich, einen öffentlichen Computer zur Verfügung zu stellen, damit die Bürger die Unterlagen dort anschauen können. Doch dafür sei die Zeit wohl noch nicht reif, so Müller.