Derzeit sind in Frick zahlreiche Überbauungen im Bau oder in Planung. Das macht Confiseur Markus Kunz Sorgen. Er rechnet in den Überbauungen Widengasse Denner, Widenboulevard, Ob em Dorf, Lammet, Blaie, Zwidellen und Kastanienbaum mit 600 und 700 Wohnungen im Zeitraum der nächsten sechs Jahre. «Wenn wir mit 2,5 bis 3 Personen pro Wohnung rechnen, kommen wir innert dieser wenigen Jahre auf ein Wachstum von 2000 Personen», rechnet er vor.

Ende 2016 hatte Frick 5304 Einwohner. Im Entwicklungskonzept 2035, das 2013 vorgestellt wurde, ging die kantonale Wachstumsprognose von einem Bevölkerungswachstum von knapp 1000 Personen aus – bis ins Jahr 2035. Das «unglaublich schnelle, wenig nachhaltige Wachstum» sorge bei vielen Frickern für Ängste und Sorgen, ist Kunz überzeugt.

Genügend Platz in den Schulen?

Er selber stellt, «obwohl ich wirtschaftsfreundlich eingestellt bin, und finde, dass die Fricker Exekutive und Verwaltung einen guten Job machen, schon einige Grundsatzfragen». Etwa, ob die Verkehrsströme bewältigt werden können. «Verkehrstechnisch sind wir noch nicht bereit», glaubt Kunz, zumal unklar sei, wie es mit der Norderschliessung des Bahnhofs weitergehe. «Und ich bin auch nicht überzeugt, dass die Schulen und Kindergärten ohne Weiteres zahlreiche neue Kinder aufnehmen können», so Kunz weiter. Sein Wunsch: «Schön wäre es, wenn man die Überbauungen etappieren könnte.»

Noch nicht baureif

Auch für Gemeindeammann Daniel Suter wäre eine gleichmässige Verteilung des Wachstums wünschbar. Er sagt aber: «Ist ein Gebiet einmal erschlossen, sind die Möglichkeiten des Gemeinderats, auf die Geschwindigkeit der Überbauung Einfluss zu nehmen, sehr gering.»

Er betont allerdings, dass eben nicht alle Überbauungen gleichzeitig entstehen. «Sowohl das Gebiet Lammet als auch Blaie sind noch nicht baureif», so Suter. Ersteres müsse noch erschlossen werde, für Letzteres braucht es einen Gestaltungsplan, bei dem noch mehrere Verfahrensschritte fehlen. «Daraus ergibt sich eine zeitliche Staffelung der Entwicklung über mehrere Jahre», so Suter.

Zudem würden die Wohnungen nur dann gebaut, wenn eine Nachfrage bestehe. Sollte sich diese abschwächen oder ein Überangebot in der Region entstehen, «so werden die Investoren ihre Projekte nach unserer Erfahrung auch im eigenen Interesse von sich aus zeitlich staffeln», sagt der Gemeindeammann.

Bezüglich Schulraum verweist Suter auf eine Studie aus dem vergangenen Jahr, die der Planungsverband in Auftrag gegeben hatte. Die Studie gehe davon aus, dass sich das Bevölkerungswachstum und der abnehmende Anteil der Kinder im Schulalter «weitgehend neutralisieren» und deshalb für die bevölkerungsreichsten Gemeinden bis 2025/26 nicht mit grösseren Veränderungen zu rechnen sei. «Der Gemeinderat geht aktuell davon aus, dass diese Aussage auch für den Schulstandort Frick zutrifft», so Suter. «Es ist jedoch klar, dass die Entwicklung der Schülerzahlen genau im Auge behalten werden muss.» Das Strassennetz sollte gemäss Suter die zusätzlichen Frequenzen ebenfalls gut aufnehmen können. Zumal man daran sei, «bestehende Engpässe zu verflüssigen».

Für den Ammann steht deshalb fest: «Die Lebensqualität wird daher sicher nicht schlechter, wenn Frick noch etwas grösser wird.»