Abenteuer Aargau (2)

Barbara und Michel Schmid flitzen mit «White Horse» durch die Prärie

Barbara und Michel Schmid vom Gasthof Krone in Wittnau vermieten Tandems und Elektrovelos. elj

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Hügel, Kleine Bauerndörfer und Kirschbäume: Die Suche nach dem Abenteuer führte am Dienstag ins Fricktal. Auf dem Programm stand eine 60 Kilometer lange Fahrt mit dem Mountain-Tandem White Horse von Wittnau nach Rheinfelden und zurück.

Gestriegelt, geputzt und mit einem Picknick-Korb bepackt, wartet der weisse Drahtesel in der Gartenwirtschaft des Landgasthofs Krone in Wittnau. Dort bereiten sich das Ehepaar Barbara und Michel Schmid auf ihre Mittagsgäste vor.

«Bereit für das Abenteuer?», fragt Michel Schmid. Auf die kritische Frage, ob Tandem fahren überhaupt ein Abenteuer sei, antwortet der Koch: «Ja, sie werden es sehen und sogar mehr als das.» Das Tandem fahren sei auch ein Partnerschaftstest.

Auf dem Tandem soll man sich versöhnen

Einer seiner Gäste, ein Eheberater, habe einst gesagt, dass Paare, die sich auf dem Tandem nicht einigen oder versöhnen können, es gleich sein lassen sollten. «Kommunikation ist das a und o auf dem Tandem», mahnt Michel Schmid.

Die Frage, wer vorne und wer hinten sitzt, ist schnell geklärt – das Schwergewicht vorne und das Fliegengewicht hinten. Wie es sich herausstellt, lässt sich das Tandem andersrum nicht fahren.

Dies ist nach einer kurzen Zeit des Angewöhnens eine wunderbare Ausgangslage: Während der Steuermann Aussicht hält, Befehle erteilt, schaltet und bremst, kann Fliegengengewicht die Landschaft geniessen.

In die Pedale getreten wird aber alleweil. Mit knapp 50 Stundenkilometer flitzen die «White-Hors»-Reiter von Wittnau via Oberfrick in Richtung Stein am Rhein. Vorbei an Graureihern, Vogelscheuchen und netten Gärten geht es weiter nach Wegenstetten.

«Wollen Sie nicht an den Fluss», fragt der Mann auf einem Flyer, der plötzlich wie ein Geist auf der Seite auftaucht. Entlang des Rheins eröffnet sich ein Naturparadies. Die Fahrt nach Möhlin führt aber auch durch Wälder.

Etliche Grill- und Badestellen laden zum Verweilen ein, doch für eine Pause ist es noch zu früh. Ganz anders als auf einem üblichen Fahrrad kann während der flotten Fahrt gequatscht, gewitzelt und gelacht werden – oder eben auch gestritten, für solche, die sich auf dem Tandem nicht einigen können.

Die Zeit verfliegt. Nach knapp zwei Stunden sind bereits die Silos und die alten Bohrtürme der Schweizer Rheinsalinen in Sicht. Gestoppt wird aber erst bei der Insel der Zähringerstadt Rheinfelden, auf der es sich gut essen und baden lässt. «Cool, so ein Tandem, auch für Gruppen», sind sich die «White Horse»-Reiter einig. Weniger cool sind dann die letzten zehn Kilometer: Obschon das Tandem nur 28 Kilogramm wiegt und die Strecke relativ gerade ist, sind längere Steigungen sehr anstrengend.

Infos: www.tandemvermietung.ch

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