«Die Schliessung unserer Post wird Tatsache, da ist nichts zu machen. Ab September gibt es im Volg-Laden eine Postagentur», stellte die Wölflinswiler Gemeinderätin Barbara Fricker an einem Informationsabend über Post und Bank im Benkental fest. An dem vom Verein Fürenand organisierten Anlass hofften rund 50 Wölflinswiler und Oberhöfler, Details über die Gründe der geplanten Postschliessung zu erfahren. Denn aus Sicht des Fürenand-Vorstands wirft die Neuorganisation der Post im Dorf Fragen auf, vor allem, was den Zahlungsverkehr betrifft. Weil jeglicher Abbau von Dienstleistungen vor allem die oft nicht mehr so mobile ältere Generation trifft, sollte eine öffentliche Information Klarheit schaffen.

Weshalb die Poststelle Wölflinswil aufgehoben werden soll und ob es im Zahlungsverkehr Alternativen bei der Dorfbank gibt, erläuterten Urs Krattiger und Christian Winter von der Post sowie Markus Schmidt, Leiter der Raiffeisen-Geschäftsstelle Wölflinswil und Kundenbetreuer Markus Acklin.

Rückgang bei den Schaltergeschäften

«Die Post hat vom Bundesrat den Auftrag, den Service public anzubieten. Doch es wird immer schwieriger, dass wir unsere Dienstleistungen weiterhin im gewohnten Ausmass erbringen können», hielt Urs Krattiger fest. Er ist der Verantwortliche für Netzentwicklung bei der Post. «Das Kundenverhalten hat sich in den letzten Jahren erheblich verändert, sodass wir auch in Wölflinswil einen Rückgang bei den Schaltergeschäften feststellen mussten, nämlich um 21 Prozent bei den Einzahlungen, um 17 Prozent bei den Briefen und um 19 Prozent bei der Paketpost.

Durch die Schliessung der Poststelle und die Eröffnung einer Postagentur im Dorfladen erreichen wir eine Optimierung, von der letztlich die Postkundschaft profitiert. Man stelle sich zum Beispiel nur die komfortablen Öffnungszeiten der Agentur im Volgladen vor, wo 85 Prozent der Dienstleistungen einer Poststelle angeboten werden», erläuterte Urs Krattiger, der betonte, dass auch in der Postagentur mit dem gelben Büchlein Einzahlungen getätigt werden können. Bloss könne nicht bar bezahlt werden, sondern eine Karte werde dafür benötigt. Dass die Postfachanlage beim Laden grösser ausfallen wird, als die jetzige Anlage bei der Post, hob er besonders hervor.

Von Christian Winter, Leiter Betrieb Poststellengebiet Gelterkinden/Frick, war zu erfahren: «Die beiden am Schalter der Poststelle Wölflinswil beschäftigten Damen können ab dem 7. September im Raum Frick eins zu eins bei der Post weiterbeschäftigt werden. Und das Zustellpersonal behält bis auf weiteres seinen Raum im Postgebäude, welches sich im Eigentum der Post befindet.» Was in Zukunft mit der Liegenschaft geschieht, in der eine Wohnung vermietet ist, konnten die beiden Postsprecher nicht sagen. Fest steht, dass die Infrastruktur im Bereich der Annahme (Schalterraum) rückgebaut wird.

«Die Bank im Dorf behalten»

Gespannt war man nach den Erläuterungen der Postvertreter, ob vonseiten der Bank etwa auch ein Abbau angekündigt wird. Doch dem ist nicht so: «Das Ziel der Raiffeisenbank Regio Frick ist es, die Bank so lange wie möglich im Dorf zu behalten», verkündete Kundenbetreuer Markus Acklin. Er stellte bezüglich des Zahlungsverkehrs die Alternativen zur Post vor: Vergütungsaufträge oder die elektronische Verarbeitung der Zahlungen durch die Kundschaft. Für das E-Banking werde zwar ein Computer benötigt, aber selbst ältere Kundinnen und Kunden hätten sich dieses Vorgehen angeeignet. Eine individuelle Beratung über die Wahl der Zahlungsart sei möglich, erklärte der Geschäftsstellenleiter in Wölflinswil, Markus Schmidt.

Die Oberhöfler Gemeinderätin Trix Lenzin ist im Verein Fürenand tätig und hielt unter anderem fest: «Wie Einzahlungen ohne Bargeld getätigt werden können, müsste dann den älteren Leuten schon noch gezeigt werden.»

In der Diskussion wurde immer wieder betont, die Schliessung der Poststelle werde von der Bevölkerung als grosser Verlust angesehen, denn hinter dem Schalter stehe eine Person und man müsse nicht an einem Automaten hantieren. Auch kamen Bedenken auf, dass die Verkäuferinnen im Dorfladen mit dem zusätzlichen Postgeschäft an ihre Grenzen stossen würden. Diesbezüglich konnte Urs Krattiger beruhigen: «Das Personal im Laden wird selbstverständlich geschult. Die Erfahrung mit anderen Postagenturen in Dorfläden in der Umgebung haben ausserdem gezeigt, dass die Verkäuferinnen mit den Postdienstleistungen sehr gut zurechtkommen - sie haben sehr schnell ein gelbes Herz.» Er wandte sich mit einem Appell an die Versammelten: «Gebt der Postagentur eine Chance; ihr werdet sehen, was die dort alles können.»