Der Bahnhofsaal Rheinfelden und das ehemalige Hotel Terminus wurden mitsamt der ganzen, rund 8300 Quadratmeter grossen Parzelle, verkauft. Die Realstone SA, ein Immobilienfonds mit Sitz in Lausanne und einer Niederlassung in Zürich, hat das Areal für 16,7 Millionen Franken von der bisherigen Eigentümerin, der PSP Swiss Property, erworben.

Ursprünglich hatte die PSP geplant, das Areal selber zu überbauen. «Wir sind aber nun der Meinung, dass an dieser Lage Mietwohnungen besser geeignet sind als Eigentumswohnungen», sagt Ruedi Isler, Leiter Immobilienhandel bei der PSP. Da man jedoch keine Mietwohnungen im Portfolio habe, habe man das Areal nun verkauft – und dabei auch den Entwurf eines Gestaltungsplans, der vor vier Jahren entstanden ist, an die neue Eigentümerin übergeben.

Wohnungen und Gewerbe geplant

Auch die Stadt Rheinfelden hatte ein Kaufangebot abgegeben, wie Stadtschreiber Roger Erdin bestätigt. Man habe jedoch den Zuschlag nicht erhalten. «Wir haben das Areal als erstes der Stadt angeboten», sagt auch Isler. Das Angebot der Stadt sei finanziell jedoch nicht auf dem gleichen Niveau gewesen, wie dasjenige der Käuferin, so Ruedi Isler. «Das haben wir Vertretern der Stadt auch in einem Gespräch so mitgeteilt.»

«Das am Bahnhof liegende Areal ist von grosser Bedeutung für die Stadtentwicklung», so Roger Erdin. «Wir rechnen damit, dass die neue Besitzerin die Parzelle entwickeln wird.» Da das Areal der Gestaltungsplanpflicht unterliege, sei die Stadt in diesen Prozess involviert.

Sara Luzon, Direktorin der Realstone-Niederlassung in Zürich, sagte gestern auf Anfrage, dass die Realstone SA plane, das Gestaltungsplanverfahren fortzuführen und aufgrund des bestehenden Richtprojekts weiter zu planen. Einen Zeitplan konnte Luzon noch nicht nennen. Dieser sei auch davon abhängig, wie schnell die nötigen Verfahren ablaufen.

Wie weiter mit dem Bahnhofsaal?

Entstehen sollen in unmittelbarer Nähe des Rheinfelder Bahnhofs Mietwohnungen; ein Teil der Überbauung soll zudem gewerblich genutzt werden. Die Parzelle liegt in der Arbeitszone 1, wo gemäss der Bau- und Nutzungsordnung neben Wohnungen auch «dienstleistungs- und verkaufsbezogene Aktivitäten» erlaubt sind. Zonenkonform sind Gebäude mit maximal vier Vollgeschossen und einer Höhe von maximal 13 Metern.

Laut Erdin wird auch die künftige Nutzung des Bahnhofsaales im Gestaltungsplanverfahren eine wichtige Rolle spielen. «Der Bahnhofsaal, welcher heute von der Stadt gemietet wird, hat eine gewisse Bedeutung, ist jedoch stark sanierungsbedürftig», so Erdin. Der Einwohnergemeinde dient der Saal, der unter kommunalem Schutz steht, heute als Gemeindeversammlungslokal. «Vorwiegend wird der Saal jedoch als wichtiges Kulturlokal genutzt und ist Bestandteil des städtischen Kulturraumkonzeptes», so Erdin.

Wie er künftig weiter genutzt werden kann, ist derzeit noch offen. Laut Ruedi Isler hat die PSP der Realstone SA weitergeleitet, dass die Stadt ein Interesse am Weiterbetrieb des Saals hat. «Wir werden nun mit der Stadt das Gespräch und eine gemeinsame Lösung suchen», so Sara Luzon.