Eiken
Bäckereien verlangen von den Produzenten Weizen mit höherem Proteingehalt

In Eiken fand der 1. Silo-Treff der Landi Frila statt. Es gab von Fachleuten Informationen für landwirtschaftliche Produzenten über Markttrends und die Getreidekampagne 2012.

Walter Christen
Merken
Drucken
Teilen
In Eiken fand der erste Silo-Treff der Landi Frila statt
3 Bilder
Martin Müller von der Landi Frila, rechts, mit den Preisgewinnern Erich Heiz, Viktor Dietiker und Arnold Riner
Frickaler Getreideproduzenten hoffen auf eine gute Ernte in diesem Sommer

In Eiken fand der erste Silo-Treff der Landi Frila statt

AZ

Ein wichtiges Standbein für viele landwirtschaftliche Produzenten im Fricktal ist der Anbau von Getreide. Für dieses Thema bekundeten denn rund 70 Landwirte grosses Interesse, indem sie sich am 1. Eiker Silo-Treff beteiligten, organisiert von der Landi Frila mit Sitz in Eiken.

Bäckerein verändern die Verarbeitungsprozesse

Dabei war zu vernehmen, dass Weizen mit höherem Proteingehalt sehr gefragt ist. Die zunehmende Veränderung der Verarbeitungsprozesse in Bäckereien sei die Ursache für diesen Trend.

Dabei stellt sich für die Produzenten die Frage nach den Sorten, die angepflanzt werden sollen, um den Forderungen des Marktes gerecht zu werden. Offen ist derzeit auch noch, ob die Bezahlung nach Proteingehalt des Weizens hierzulande eingeführt werden soll.

«Sicher nicht dieses Jahr und wahrscheinlich auch nächstes Jahr noch nicht, aber was 2014 ist, wird sich dann weisen», hielt Fortunat Schmid fest, Leiter nationaler Geschäftsbereich Dienste und Regionen bei der Fenaco GOF (Unternehmensgruppe der schweizerischen Agrarwirtschaft über den Geschäftsbereich Getreide, Oelsaaten und Futtermittel). Im Ausland sei die Proteinmessung beim Getreide heute schon Standard, ergänzte er.

In einem Partyzelt, welches neben dem Silocenter aufgestellt wurde, begrüsste Martin Müller, Mitglied der Geschäftsleitung und Bereichsleiter Landwirtschaft/Brenn- und Treibstoffe, die Gäste. Er informierte anschliessend über die letztjährige und die bevorstehende Getreidekampagne.

Rückblickend könne er mitteilen, dass 2011 total 3345 (3152) Tonnen Brotgetreide (Weizen, Roggen, Dinkel) im Eiker Silocenter angeliefert wurden sowie 3028 (2744) Tonnen Futtergetreide, wie Gerste, Triticale (Kreuzeung aus Weizen und Roggen), Futterweizen, Getreideauswuchs und andere (in Klammern die Zahlen von 2010).

Die Annahmemenge bei den Oelsaaten belief sich auf 910 (855) Tonnen mit dem grössten Anteil an HOLL-Raps (eine neue, natürliche Züchtung, die ein Speiseöl ergibt, das auch bei hohen Temperaturen Stabilität garantiert), Raps konventionell, Sonnenblumen und Sojabohnen.

7283 Tonnen Getreide angeliefert

«Insgesamt wurden voriges Jahr bei uns im Silocenter 7283 Tonnen Getreide angeliefert, was gegenüber den 6751 Tonnen vom Vorjahr einer Mehrmenge von 8 Prozent entspricht», führte Martin Müller aus, der mit einer Hellraumprojektion zeigte, dass die Landi Frila den Produzenten meistens Preise über dem Richtpreis bezahlen konnte.

Zur Getreidekampagne 2012 schickte der Bereichsleiter Landwirtschaft bei der Landi Frila voraus, dass in die Siloanlagen in Eiken in den letzten Jahren grosse Investitionen getätigt werden mussten.

So sei ein neuer Reiniger eingebaut worden, der Ersatz von Wärmetauscher und Brenner bei den beiden Getreidetrocknern sei in diesem Frühjahr dazugekommen. «Mit permanenten Anpassungen in der Administration und Organisation verfolgt die Landi Frila das Ziel einer einfachen und schnellen Getreideabgabe für die Kunden», so Martin Müller.

Was die anwesenden Bauern natürlich besonders interessierte sind die Richtpreise, mit denen dieses Jahr zu rechnen ist. Da die Angaben für den Weizen erst Ende Monat erfolgen werden, müssen sich die Produzenten noch ein wenig gedulden. Hingegen konnte Martin Müller die Raps-, Sonnenblumen-, Gerste-, Triticale-, Futterweizen- und Eiweisserbsen-Preise bekannt geben, die sich zum Teil auf Vorjahresniveau oder darunter bewegen.

Bevor ein köstlicher Imbiss serviert wurde, gab es noch eine Verlosung von drei Überraschungspreisen unter den Anwesenden. Landwirtschaftliche Produkte aus dem Sortiment der Landi Frila gewannen Erich Heiz aus Schupfart (1. Preis), Viktor Dietiker aus Densbüren (2. Preis) und Arnold Riner aus Zeihen (3. Preis).